Täysikuu - Die Kraft des Mondes

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~ Schattenklaue ~


Die neue Welt
"Ja Schatz, es tut mir leid. Die Inventur hat etwas länger gedauert als geplant, uns sind ein paar Helfer abgesprungen. Aber ich werde mich gleich auf den Weg machen und sollte in 20 Minuten zuhause sein. Ja? Okay, also bis gleich Schatz!"


Hallo, mein Name ist Aphina. Ich bin eine Verkäuferin im Lebensmittelmarkt. Manchmal ist die Arbeit etwas stressig und nervig, aber eigentlich tu ich es ganz gerne. Ich lebe mit meinem Freund James zusammen. Wir sind seit ein paar Jahren zusammen und soweit eigentlich Glücklich. Unser Leben ist fast ein Bilderbuch, nur mit FSK 18 darauf. Nein, nicht wegen unserem Sexualleben, was Sie jetzt vielleicht denken. Wir sind Metaller, überall Tättowiert und unsere Filmeleidenschaft ist aus der Kategorie Horror. Mein Leben hätte so weitergehen können, wenn nicht dieser eine Abend gewesen wäre.. etwas früher oder etwas später losfahren hätte wohl bereits gereicht, um diesem Schicksal zu entfliehen. Doch leider tat ich dies nicht, wer denkt denn auch schon über so etwas nach? Wir Handeln einfach, dass ist unsere Natur. Aber was solls, passiert ist nunmal passiert...


Ist ja bereits alles etwas Dunkler. Man merkt richtig, dass der Sommer so langsam vorüber ist und der Winter naht.. na toll, ich schau definitiv zu viel Game of Thrones. Bald bin ich zuhause. Freue mich schon auf etwas leckeres als Abendessen und danach gemütlich in die Badewanne, noch einen Horrorfilm mit James gucken und dann ab ins kuschlige Bett. Ja, genau so soll der Abend nun ausklingen. Ich glaube wir haben den Film Killer Ink noch gar nicht... "Scheisse!"
Doch die Scheisse war bereits passiert und nichts konnte es mehr rückgängig machen. Gerade als die Ampel auf Grün wechselte und ich über die Kreuzung fahren wollte, kam ein Laster mit hoher Geschwindigkeit von der linken Seite auf mich zu gerast und erwischte mein Auto, mit mir als kleine extra Portion Mensch darin. Vor meinen Augen wurde alles Schwarz. Ich erinnere mich, dass ich irgendwo lag, ich schätze, im Krankenhaus. Ich hörte immer wieder Stimmen. Bruchstücke von Unterhaltungen. Doch irgendwie ergaben sie keinen Sinn.. Ich weiss auch nicht, wie viel Zeit zwischen den Gesprächen vergangen war. Ein paar Minuten..? Stunden, oder sogar Tage?


"Ja Mam..", ich erkannte die Stimme von James.. er scheint zu telefonieren. "Ich weiss Mam, aber meine Freundin hat gerade Priorität. Nein! Das ist mir egal! Ich leg jetzt auf, wir sprechen uns heute Abend!" *Klick* "Das Gericht hat es beschlossen. Ich weiss dass ihnen das schwer fällt, aber.." "Doktor Arco, bitte sofort in die Rehab für einen Notfall!" "Schatz es tut mir so leid.. ich wollte niemals dass es so weit kommt, aber sie lassen mir leider keine Wahl.. Ich werde dich immer lieben.. Bitte, vergiss mich nicht.." "Das ist unmöglich! Wie kann so etwas sein?" "Fassen Sie sie nicht an! Finger weg!" *PENG* "Was glauben sie ist hier passiert..?" "Diese arme Frau kann froh sein, dass sie das ganze nicht mitbekommen hat.." "Wie lange hat sie noch?" "Sie wird es überleben." "Sie ist schon zu lange hier .... niemand lebt .... wo soll sie hin?"


"Halloooo? .... Hey, aufstehen! Das ist doch kein Platz zum Schlafen!" Mir tut höllisch der Kopf weh.. Mein Körper fühlt sich an, als wäre er unter einen Laster.. naja, ihr wisst was ich meine. Langsam versuchte ich meine Augen zu öffnen. Das grelle Licht bereitete mir sofort enorme Kopfschmerzen. Ich spüre unter mir den Rasen.. Wo bin ich..? "Ah du bist endlich wach! War wohl ein zu langes Mittagsschläfchen was?" "Was..? Hä..? Wo.. bin ich..? Wer bist du..?" "Mein Name ist Annabell. Wir sind hier an einem Waldrand hinter dem Haus meiner Eltern. Ich frage mich aber eher: Wer bist du?" Langsam gewöhnen sich meine Augen an das Licht.. Ich muss wohl eine ganze Weile weggetreten sein. Mein Blick fällt sofort auf Annabell und auf... Irgendwas sitzt neben ihr auf dem Boden. Es sieht flauschig aus.. Rosa Fell, einen Schwanz der aussieht wie ein Pendel.. Spitze Ohren, kleine Augen und Pfoten.. "Oh Gott! Ist das eine mutierte Katze?! Das Ding sieht unheimlich aus!" "Hey, das ist aber nicht sonderlich nett von dir.. das ist Eneco, mein Pokémon." "Dein.. bitte was?" "P - O - K - É - M - O - N !" "Was ist ein Pocmon?" Sie sieht mich etwas genervt an, doch die Situation überfordert mich gerade ganz gewaltig. Das Ding sieht mich komisch an und pendelt dauernd mit seinem Schwanz hin und her.. ich sagte ja, sieht aus wie ein Pendel.. "PoKÉmon. Sag mal, hast du eine Amnesie oder sowas? Ist dir etwas auf den Kopf gefallen? Oder willst du mich verarschen? Wenn du mich verarschst, dann hör jetzt damit auf, weil besonders lustig finde ich das nicht!" "Ich.. was? Ich verarsche dich nicht.. wie bin ich hierher gekommen? Ich muss nachhause." "Na gut und wo wohnst du denn?" "In Olten, weisst du in welcher Richtung das liegt? Ist es weit weg?" "Bitte wo? Olten habe ich noch nie gehört.. Das liegt nicht in dieser Region. Aber wir könnten meine Mutter fragen, vielleicht kennt sie die Stadt aus einer anderen Region. Sie ist früher oft gereist und kennt daher fast alle Städte. Los, wir gehen sie fragen!" Klingt nach einem Plan. Langsam versuche ich aufzustehen. Meine Beine sind noch etwas wackelig und ich schaffe es nur mit grosser Mühe, dass ich nicht gleich wieder umkippe. "Jetzt komm schon!" "Ja ja, nicht so schnell. Ich fühle mich, als hätte mich etwas überfahren..." "Bist wohl unter ein Geowaz geraten was?", antwortet sie lachend, doch ich verstehe irgendwie nur Bahnhof. So langsam kehrt meine Kraft in den Beinen zurück und ich wage ein paar Schritte - funktioniert! Also los, ich muss schnell nach Hause zu James. Er wird sich bestimmt schon sorgen, da ich nicht im Krankenhaus liege. Das Mädchen hüpft fröhlich durch den Rasen und ihr seltsames.. wie hiess es...? Eneco springt vor ihr im Zickzack. Sie sieht jung aus. Ich würde sie auf anfang 20 schätzen oder sie gehört noch zu den Teenagern. Wir nähern uns einem kleinen Haus mit Garten. Sieht irgendwie hübsch und ruhig aus. An solch einem Ort wäre ich auch gern aufgewachsen. Überhaupt scheint dies ein ruhiges Dorf zu sein. Als ich den Blick etwas in die Ferne schweifen lasse, bemerke ich vorallem eines: Es sind so gut wie keine Autos unterwegs. Hier und dort steht eines vor einem Haus, aber auf den Strassen? Nichts.. Viele grüne Wiesen, auf den Hügeln gibt es Wälder und ein kleiner Bach scheint sich durch das Dorf zu schlängeln. "Sag mal, wie heisst du eigentlich?", fragt mich das kleine Mädchen. "Oh achja, mein Name ist Aphina." "Da, meine Mutter ist in der Küche!" Sie stürmt zur Terassentür herein und ruft ganz laut: "Mama! Ich habe eine seltsame Frau gefunden. Sie möchte gern nachhause, aber ich habe die Stadt noch nie gehört, weisst du vielleicht wo das liegt?" "Oh Schatz, Gäste sind uns doch immer willkommen. Hallo! Freut mich dich kennen zu lernen!" Als ich Annabell in das Haus folge, strahlt mich ihre Mutter sofort an. Ich bin leicht verdutzt.. Hätte ich einfach eine wild fremde Person nachhause gebracht in dem Alter, hätte ich wohl eine Ohrfeige bekommen. "Ähm hallo. Mein Name ist Aphina." "Freut mich, ich heisse Kate." In dem Moment springt etwas aus der Küche zu uns herein, ich hatte es wohl übersehen als ich rein kam. Es ist klein und braun. Ein heller Streifen zieht sich von Kopf bis Schwanzspitze über sein Fell und es springt mir sofort ans Bein. Im ersten Moment erschrecke ich mich zu tode, stolpere über eine Ecke des Teppiches und falle hin. Es springt zu mir und lächelt mich erfreut an. "Was... ist das jetzt schon wieder?" "Oh tut mir leid", spricht Kate, "Das ist Mangunior. Ein treuer Begleiter der Familie." "Was ist ein Mangunior..?" Gleich platzt mir der Schädel.. Dieses Tier sieht noch merkwürdiger aus, als dieses komische Eneco.. "Na.. es ist ein Pokémon. Sag mal, geht es dir nicht gut?" "Ich sagte doch sie ist seltsam!", meldet sich Annabell zu wort. "Sei still! Das ist nicht nett von dir." "Tut mir leid.." "Also, stimmt bei dir irgendwas nicht? Soll ich einen Arzt rufen? Du siehst auch etwas bleich aus wenn ich es mir recht überlege." "Ich habe wirklich keine Ahnung.. Ich habe das Gefühl, ich würde träumen.. Ich weiss nicht wann ich zuletzt etwas gegessen habe, wann ich zuletzt geschlafen oder geduscht habe.. Ich weiss nicht wo ich bin und wo mein Freund ist.. Irgendwie scheint mein Handy auch abhanden gekommen zu sein.." "Dein.. Handy? Sowas kenne ich nicht. Aber wenn du willst, rufe ich mal unseren Hausarzt an und bis er da ist, können wir gerne zuerst etwas essen. Ich habe gerade eine Pizza im Ofen." "Ja.. ja, ich glaube das wäre nicht schlecht.. Habe das Gefühl, ich bin hier fehl am Platz.. Irgendwas stimmt hier nicht.. Ich danke ihnen von Herzen. Sie sind wirklich sehr nett. Meine Rettung in Not." "Achwas, wir helfen doch gerne, ich werde also erstmal den Arzt anrufen. Danach essen wir sofort. Annabell, deckst du bitte den Tisch und bringst Aphina mal ein Glas Wasser?" "Ja Mama, sofort." "Ach, dürfte ich nach ihrem Anruf beim Arzt kurz versuchen, meinen Freund zu erreichen?" "Aber natürlich. Telefonier ruhig als Erste, ich werde derweilen die Pizza aus dem Ofen holen und anrichten. Ihr zwei könnt dann schonmal essen während ich danach den Arzt anrufe. Das Telefon steht dort auf dem Tisch." Sie zeigt mit ihrem Finger auf einen Schreibtisch in der Ecke. Das Telefon.. ist riesig.. Sogar mit Bildschirm! So ein seltsames Ding habe ich noch nie gesehen. Als ich es von Nah sehe, kommt es mir auch nicht bekannter vor. Ich hebe den Höhrer ab und höre ein leises Rauschen in der Leitung. Mit viel Mühe gebe ich die Nummer von James ein und lausche.. "Die gewählte Nummer existiert leider nicht", erklingt eine Frauenstimme in der Leitung. Habe ich mich vielleicht vertippt? Ich versuche es noch einmal.. und nochmal.. Immer wieder die gleiche Stimme mit der selben Ansage.. Ich kämpfe gegen die Tränen der Verzweiflung an.. Hat er vielleicht ein neues Handy? Dies scheint mir sehr plausibel. Schliesslich weiss ich auch nicht, wie viel Zeit seit meinem Unfall vergangen ist. Voller Hoffnung wähle ich den Festnetzanschluss meiner Eltern und warte... "Die gewählte Nummer existiert leider nicht." In mir entfacht ein Feuerwirbel aus Angst und Verzweiflung. Was ist nur mit mir passiert.. Wo bin ich nur? Und wie viel Zeit ist denn vergangen seit meinem Unfall? 100 Jahre oder was?! "Essen steht auf dem Tisch. Hast du deinen Freund erreicht Aphina?" Langsam schüttel ich den Kopf, mit dem Blick gegen den Boden. "Ohje. Na du wirst ihn schon noch erreichen. Esst ihr zwei jetzt erstmal. Ich werde mal kurz dem Arzt anrufen und komme dann auch hinzu."

"Mach doch mal bitte den Mund auf", spricht der Arzt zu mir und ich tu was er verlangt. Langsam fühl ich mich etwas besser, nachdem mein Magen endlich wieder etwas zu tun hat. Nachdem der Arzt mich nun von Kopf bis Fuss durchgechekt hat, meint er schliesslich: "Also Körperlich scheint Ihnen nichts zu fehlen. Sie sind fit wie ein Turnschuh. Woran erinnern sie sich denn als letztes?" "Naja", ich versuche mich zu erinnern was in dieser Nacht geschehen war, "Ich war auf Arbeit, wir mussten an dem Abend etwas länger arbeiten. Danach habe ich mich mit dem Auto auf den Weg nachhause gemacht. Und dann.." "Ja?" Was passierte da mit mir..? "Ich.. erinnere mich kaum noch. Ich erinnere mich an zwei sehr grosse Lichter, danach an nichts mehr.." "Ich schätze, Sie haben eine leichte Amnesie. Wissen Sie denn noch, wo Sie leben? Wo Sie herkommen?" "Eigentlich ja.. aber.. Mir wurde gesagt, dass dieser Ort nix existieren würde. Ich Lebe in einer Stadt namens Olten." "Wahrlich.. Diesen Namen habe ich auch noch nie gehört. Ich muss Ihnen leider sagen, dass ich hier auch nicht weiter helfen kann. Empfehlen würde ich jedoch, dass Sie sich ersteinmal etwas Ruhe gönnen." "Aber.. ich weiss doch gar nicht wo..", bevor ich den Satz beendet kann, fällt mir Kate jedoch ins Wort: "Sie kann solange hier bei uns bleiben. Vielen Dank Doktor. Ich werde Sie anrufen sobald sich irgendetwas verändern sollte." Ich sitze auf dem Sofa und starre zu boden, während Kate und Annabell den Arzt zur Türe begleiten und sich verabschieden. Mangunior sitzt vor meinen Füssen und sieht mich traurig an. "Na du?", ich versuche mich mit dem Kleinen etwas abzulenken, "Du bist also ein.. Pokémon, oder?" Es lächelt und nickt eifrig. "Oh wow.. du verstehst was ich sage?" Es nickt abermals. "Das.. hätte ich jetzt nicht erwartet.." Es stellt seine Vorderpfoten auf meine Knie und lächelt mich an. Langsam streichle ich ihm über den Kopf. Sein Fell fühlt sich sehr geschmeidig an. Diese Pokémon scheinen doch irgendwie ganz süss zu sein. "Aphina?", Annabell steht plötzlich neben mir, ohne dass ich dies bemerkt hatte. Ich zucke leicht zusammen und seh' sie an. "Hast du nicht Lust, mit mir und Eneco draussen etwas spazieren zu gehen? Ich könnte dir das Dorf zeigen!" Wohl besser als jetzt dauernd nur hier zu sitzen und sich zu tode zu grübeln.. "Klar gerne, warum eigentlich nicht", antworte ich lächelnd und gehe mit ihr zusammen nach draussen.

Das sind Pokémon!
"Sag mal, wie alt bist du eigentlich Annabell?", wir haben den Weg direkt ins Dorfinnere gewählt, damit ich mich hier mal etwas umsehen kann. "Ich bin 22." Noch so Jung.. aber dennoch alt genug um eigentlich für sich selbst sorgen zu können, geht mir durch den Kopf. "Wieso bist du eigentlich so seltsam angezogen?", fragt sie mich und mustert dabei mein Outfit. "Wieso komisch? Ich höre Metal. Bei dieser Musikrichtung laufen viele so herum. Mal davon abgesehen, gefällt es mir sehr." Sie sieht mich mit hochgezogener Augenbraue an und entgegnet verwirrt: "Metal? Noch nie gehört. Keine Ahnung was das ist." "Ist ja nicht tragisch. Sag mal, würdest du mir mehr über Eneco erzählen? Diese Wesen, ich meine, diese.. Pokémon, sind mir total fremd." "Naja, Pokémon sind Lebewesen wie du und ich. Menschen halten sie als Haustiere, sind mit ihnen befreundet oder tragen auch Kämpfe und Wettbewerbe mit ihnen aus. Sie können enorm stark werden wenn man sie richtig trainiert." "Und jeder hat solch ein Pokémon?" "Nicht nur eines. Manche haben hunderte davon!" "Hunderte?!", mir fällt fast die Kinnlade auf den Boden. "Und die laufen einem alle hinterher oder was?" Ich stelle mir automatisch vor, wie jemand durch eine Stadt läuft, mit 100 Enecos die hinter ihm herlaufen. "Nein!", entgegnet Annabell lachend. "Pokémon werden in solch einem Pokéball verstaut." Sie greift an ihren Gürtel und zeigt mir einen kleinen Ball in Rot und Weiss, mit einem kleinen, schwarzen Knopf auf der Vorderseite. "In dem kleinen Ding sitzen die Pokémon dann? Und davon hat man eine Tasche voll dabei oder was?" So viele Bälle die man mit sich herumtragen müsste.. "Nein! Ohje. Du hast ja wirklich echt null Ahnung von Pokémon oder? Du kannst 6 Stück bei dir tragen. Jedes weitere wird automatisch an das Lagersystem von dem Professor geschickt. Dieser passt auf sie auf und kümmert sich um diese. Du solltest dir überlegen, ob du nicht auch eines fangen möchtest. Denn ohne hast du schnell grosse Probleme." Pokémon scheinen hier echt das A und O zu sein. Aber ich möchte keines in Gefangenschaft halten.. Zudem weiss ich nichtmal woher ich solche Bälle herbekomme. "Hey, Annabell!" Das Rufen eines jungen Mannes reisst mich aus den Gedanken. "Hallo Chester!", begrüsst Annabell den jungen Mann. "Hallo. Na wie geht es dir? Wer ist das?" "Das ist Aphina, eine neue Freundin von mir." "Freut mich dich kennen zu lernen Aphina! Hey, ich habe mir eben ein neues Pokémon gefangen! Hast du nicht Lust gegen mich anzutreten Aphina?" Verdutzt schau ich ihn an, doch bevor ich etwas entgegnen kann, antwortet Annabell bereits für mich: "Aphina besitzt noch kein Pokémon. Aber du darfst gerne gegen mich antreten!" "Das mach ich doch glatt! Mach dich bereit Annabell, das wird dich umhauen!" "Schau gut zu Aphina, wir zeigen dir jetzt, wie man mit einem Pokémon kämpft!"


Annabell


Vs.

Chester


"Los komm heraus Yorkleff!", Chester wirft einen Ball in die Mitte und ein kleiner Hund mit struppigem Fell erscheint. "Los Eneco! Dem zeigen wir es!" Das kleine Kätzchen springt von Annabell's Seite weg und läuft ebenfalls in die Mitte. "Ladys first!", ruft Chester. "Na gut wie du willst! Eneco, starte mit Tackle!" Eneco sprintet los und nimmt Yorkleff ins Visier. "Weg da Yorkleff! Konter mit Tackle!" Yorkleff springt im richtigen Augenblick zur Seite und weicht damit dem Angriff von Eneco aus. Als es landet springt es sofort zurück und trifft Eneco damit. Es wird weggeschleudert, fällt hin, steht jedoch sofort wieder auf. Gebannt verfolge ich das Geschehen. "Eneco, Heuler und dann Tackle!" Es wedelt mit seinem Schwanz und erhebt seine Stimme. Es schreit ziemlich laut, so dass es sogar mir fast in den Ohren weh tut. Yorkleff scheint abgelenkt, in dem Moment sprintet Eneco los und Tacklet es frontal. Yorkleff fliegt ein paar Meter weit bevor es mit dem Boden kollidiert. Es bleibt kurz liegen, steht dann jedoch wieder auf. Sein Gesichtsausdruck verrät mir eines: Es ist entschlossen, diesen Kampf zu gewinnen! "Boah ey wie gemein! Yorkleff, Biss! Ziele auf den Schwanz von Eneco!" Yorkleff hetzt los, Eneco scheint sich bereits darauf vorzubereiten, wegzuspringen, bleibt jedoch überrascht und wie angewurzelt stehen, als Yorkleff mit einem Sprung über es hinweg hüpft. Geschickt landet es hinter ihm, springt sofort wieder los und packt Eneco mit seinen scharfen Zähnen am Schwanz. Dieses jault vor Schmerzen auf und rennt dabei im Zickzack hin und her, verzweifelt versucht es Yorkleff los zu werden. "Oh nein! Rutenschlag Eneco!" Aprupt bleibt es stehen und fängt damit an, kräftig mit dem Schwanz hin und her zu wedeln. Yorkleff scheint schwindlig zu werden, es lässt Eneco los und taumelt auf dem Boden hin und her. "Jetzt Tackle!" Fix dreht sich Eneco um 180 Grad und Tacklet Yorkleff frontal. Yorkleff fliegt ein paar Meter und landet kurz vor Chesters Füssen. Es bewegt sich nicht mehr, sondern liegt nur platt da...
Annabell gewinnt!


"Ha! Es wird noch dauern bis du mein Eneco mal besiegen kannst Chester!" "Oh mein armes Yorkleff.." Chester geht zu seinem Pokémon und kniet sich vor ihm hin. "Du hast dich wacker geschlagen mein Freund. Ruh' dich jetzt aus, ja?" Er zückt einen Ball von seinem Gürtel und mit einem roten Strahl, verschwindet Yorkleff plötzlich von der Bildfläche. "Das ist... krass...", ist das einzige, was mir hierzu gerade einfällt. "Ja, so wird gekämpft Aphina. Jedes PoKémon beherrscht verschiedene Attacken. Diese kann man trainieren und verbessern, jenachdem, wie viel Zeit man in sein Pokémon investiert." "Du hast toll gekämpft Annabell, so wie immer." "Danke Chester, dein Yorkleff war aber auch super. Du solltest es unbedingt weiter trainieren." "Danke. Sag mal, warum hast du eigentlich kein Pokémon Aphina?" Gute Frage.. sollte ich mir eines fangen? Würden die Beiden mir wohl dabei helfen? Was für eines wäre denn eine gute Wahl? Hunde und Katzen waren leider früher schon nicht so mein Ding. Aber wer weiss.... "Hallo?" "Oh tut mir leid. Ähm. Das ist schwierig zu erklären.. Und besonders bedarf es einer langen Erklärung. Wie viel Zeit hast du denn?", erwidere ich grinsend. "Leider muss ich gleich wieder los. Aber beim nächsten Mal erzählst du mir alles ja?" "Aber klar doch." So viel dazu, dass die Beiden mir helfen würden.. "Bis dann Annabell!", Chester dreht sich um und eilt schon wieder weg. Er scheint wohl einen wichtigen Termin zu haben. "Sag mal Annabell. Woher würde ich denn so einen Pokéball herbekommen? Und wo fängt man so ein Pokémon?" "Pokébälle bekommst du auf dem Markt. Und finden tut man Pokémon eigentlich überall, man muss nur die Augen offen halten." "Woher hast du denn Eneco?" "Ach, ich habe es vor Jahren mal im Dorf gefunden. Es hatte sich verirrt und war hungrig. Ich nahm es mit und gab ihm etwas zu essen. Danach wollte es nicht mehr weg." "Das klingt so, als ob du es sofort in dein Herz geschlossen hättest." "Ja so war es auch. Ich liebe jedes Pokémon. Aber so Süsse und Flauschhige mag ich besonders gern." "Boah, was ist dass denn für ein Pokémon?!" Rechts von der Strasse erblicke ich einen jungen Mann, der am Ufer des Baches sitzt. Vor ihm spielt ein Pokémon im Wasser, welches aussieht wie eine Katze - nur mit Flossen und Kiemen. "Das ist ein Aquana. Die Weiterentwicklung von Evoli." "Weiterentwicklung? Bitte was?" "Manche Pokémon können sich weiterentwickeln. Sie verändern damit ihr Aussehen und werden auch stärker. Es gibt verschiedene Arten, wie sich ein Pokémon weiterentwickelt.." "Arten?", unterbreche ich Annabell knapp. "Ja. Es gibt verschiedene... Hmm..", sie wirkt etwas nachdenklich bevor sie weiterspricht: "Möglichkeiten, eine solche Entwicklung auszulösen. Manche tun es automatisch, wenn sie stärker werden. Bei Anderen, wie diesem Aquana dort, wird eine Entwicklung ausgelöst, wenn man ihm einen Entwicklungsstein gibt. Evoli ist da das bekannteste Beispiel. Mit einem Wasserstein wird es zu Aquana. Mit einem Donnerstein zu Blitza und mit einem Feuerstein zu Flamara." "Wasser...Feuer...Donner...", murmle ich etwas verträumt. "Ja. Jedes Pokémon hat einen bestimmten Typ. Dies macht ihre Stärken und Schwächen aus. Eneco ist zum Beispiel vom Typ Normal. Heisst: Es hat eigentlich gute Chancen gegen fast jedes Pokémon. Gegen Pokémon mit dem Typ Kampf hat es jedoch enorme Probleme und gegen eines von Typ Geist hat es gar keine Chancen." "Wieso denn gar keine?" "Typ Geist ist immun gegen Attacken mit dem Typ Normal. Jedoch gilt dies auch umgekehrt. Mit einer Attacke von Typ Geist, kann Eneco nicht getroffen werden. Diese geht dann einfach durch es hindurch." "Ach verstehe. So langsam verstehe ich das Ganze und denke, dass es gar nicht so übel wäre, wenn ich mir auch ein Pokémon fangen könnte." "Klar, aber warum denn auch nicht? So ziemlich jeder Mensch hat ein Pokémon als Partner. Und wie ich dir ja bereits sagte, sind diese nicht nur zum Kämpfen geeignet. Es sind ebenso gute Freunde und Gefährten." "Gefährten? Du meinst doch nicht etwa...?" "Oh Gott nein!" Schlagartig wird sie rot im Gesicht und fuchtelt abwehrend mit den Händen herum. "Ich meinte eher sowas wie ein Lebensbegleiter. Obwohl ich mal hörte, dass eine solche Beziehung zwischen Mensch und Pokémon, hin und wieder vorkommen kann. Aber darüber möchte ich wirklich nicht nach denken.." "Naja, ich könnte mir.. neee, besser nicht." Jetzt werde auch ich langsam etwas rot im Gesicht. Es sind doch immerhin auch Lebewesen. Sie können denken und handeln. Sie sind den Menschen ähnlicher.. ja doch, sogar überlegener, als die Tiere wie ich sie kenne. Aber ich glaube, manche Dinge und manche Gedanken, sollte ich besser unausgesprochen lassen. Scheinbar hat man hier die gleiche Meinung zu diesen Dingen, wie die Menschen es damals zu Mensch & Tier hatten.. haben...? Ach keine Ahnung.. "Und? Was meinst du? Wollen wir mal in den Markt gehen?" "Ich denke.. das wäre eine gar nicht so schlechte Idee Annabell. Ein Pokémon scheint eine echt tolle Sache zu sein." "Na dann los! Der Markt ist nicht weit von hier!"

Der unheimliche Professor
"Da siehst du! Da ist der Markt." Wir nähern uns einem grossen Gebäude mit blauem Ziegeldach. Es sieht irgendwie so unscheinbar aus.. "Und dort erhalte ich Pokébälle?" "Ja richtig. Komm mit!", voller Begeisterung stürmt Annabell in das Geschäft. Als sie die Tür öffnet, ertönt ein kleines Bimmeln, welches von einem Glöckchen über der Tür ausgelöst wird. Ich gehe ihr nach und lasse meinen Blick erstmal durch den ganzen Markt schweifen. Die Fläche erinnert mich an einen kleinen Supermarkt. Überall stehen Regale. An der Kassentheke hat es Zeitschriften, es stehen Vitrinen herum und an den Wänden grosse Regale. Ich gehe etwas an ihnen vorbei und Betrachte dabei das Sortiment eingehend - ich war schliesslich auch mal eine Verkäuferin, daher interessiert mich dies gerade sehr. "Aphina! Schau hier!" Ich dreh mich um und gehe zur anderen Seite des Marktes. Annabell steht vor einer Vitrine mit verschiedenen Bällen darin. "Wow, die gibt es aber in vielen Mustern. Spielt es eine Rolle, welche ich nehme?" "Ohja tut es. Jeder Ball hat so seine Eigenschaften. Dieser dort zum Beispiel," sie zeigt dabei auf einen blauen Ball mit einem roten Wappen auf der Frontseite. "Dies ist ein sogenannter Köderball, mit ihm lassen sich vorallem Wasserpokémon sehr gut fangen. Und dieser da," nun zeigt sie auf einen blauen mit einem schwarzen Kachelmuster. "Den nennt man Netzball, ebenfalls sehr gut für Wasserpokémon geeignet. Aber genau so gut funktioniert er auch bei Käferpokémon." Ich schau mir einen nach dem Anderen an und finde dann: "Dieser Netzball hört sich irgendwie toll an. Wie viel kostet denn so ein Ball?" "Die Preise sind oft unterschiedlich, kommt auch auf die Region an. Wie viel Geld hast du denn bei dir?" Ohje.. da sagt sie was.. Hektisch krame ich in meinen Taschen. Natürlich sind sie alle leer.. Verdammt.. Das wars dann wohl.. "Ohje.. Ich habe rein gar nix bei mir. Ich glaube damit hat es sich dann. Wollen wir wieder gehen?" "Oh wie schade.. Ja gut okay, geh schonmal raus. Ich komme gleich nach, ja?" "Okay", antworte ich und kann dabei meine enttäuschung nicht verbergen. Draussen angekommen, setze ich mich auf eine kleine Bank unter einem Baum und geniesse etwas die frische Brise. Plötzlich bemerke ich, wie mir etwas auf die Beine fällt, ich zucke kurz zusammen, da dies unerwartet geschah. Als ich die Augen öffne, sitzt eine riesige, grüne Raupe auf meinen Beinen. "Hallo", sage ich zu ihr. Die Raupe guckt mich schief an, dreht sich um und kriecht von meinen Beinen runter - dann zum Baum - und von dort aus wieder zurück nach oben. Als es in der Baumkrone verschwindet, kommt Annabell aus dem Laden gerannt. Sie hat scheinbar jemanden im Schlepptau. "Schau mal Aphina. Das ist Mark, ein alter Schulfreund. Ich habe ihn zufällig im Markt noch getroffen." "Hallo Mark, freut mich." "Die Freude ist ganz auf meiner Seite. Du bist also die Aphina ohne Pokémon?" "Ja richtig." "Wenn du noch nichts hast, wieso besuchst du dann nicht einfach mal den Professor und fragst ihn nach einem ersten Pokémon?" "Oh Mann!! Wieso bin ich nicht auf diese Idee gekommen?", jammert Annabell. "Bitte bei wem soll ich nach was fragen?" "Du bist ja gut drauf," Mark lacht amüsiert, "Der Professor gibt jedem der Volljährig wird, sein erstes Pokémon, dabei kannst du zwischen 3 Typen aussuchen: Pflanze, Feuer und Wasser. Damit erhälst du auch deinen Trainer-Ausweis: Den Pokédex. Das ist ein elektronischer Pokémon Kenner. Er hat sämtliche Daten über jedes Pokémon." "Klingt.. Interessant. Und wo finde ich diesen Professor?" "Dort, gleich die Strasse da runter", meint Mark und zeigt damit die Strasse entlang nach Norden. "Was meinst du Aphina, wollen wir es mal probieren? Fragen kostet ja nichts", meint Annabell aufgeregt. "Klar warum nicht." "Kommst du auch mit Mark?" "Nein tut mir leid, ich habe meinem Vater versprochen, dass ich sofort nach dem Einkaufen nachhause komme." "Schade. Okay, lass mal wieder von dir hören ja?" "Aber klar doch. Viel Erfolg euch beiden!", Mark winkt noch kurz und geht danach seines Weges. Ich steh von der Bank auf und mache mich mit Annabell auf den Weg zum Professor.

*klopf - klopf - klopf*
Voller Energie klopft Annabell an die grosse Holztür. Man hört sogar von draussen, wie es drinnen davon ein Echo gibt. Kurz darauf hören wir Schritte welche sich uns nähern. Die Tür schwingt nach innen auf und ein älterer Herr mit weissen Haaren starrt uns an. "Ja bitte?" Sein Blick wandert zwischen uns hin und her, als Annabell das Wort ergreift: "Guten Tag Professor Ayder. Ich bin Annabell und dass hier ist Aphina. Sie ist.. ähm.. Neu hier! Sie wollte Sie fragen, ob es möglich wäre, ein StartPokémon von Ihnen zu bekommen?" "Aha.. tut sie das?", sein Blick wandert zu mir, dabei zieht er eine Augenbraue hoch und murmelt etwas genervt: "Dann kommt doch erstmal rein ihr zwei." Etwas zögerlich folge ich dem Professor in sein riesen Haus. Annabell wackelt uns neugierig hinterher. "Warum hast du denn noch kein Pokémon meine Liebe?" "Naja.. ähm.. wissen Sie.. dass ist nämlich so.." "Sie ist plötzlich bei uns im Garten aufgewacht. Sie hatte bis vor ein paar Stunden noch keine Ahnung was Pokémon eigentlich sind und hat keine Ahnung wo sie hier überhaupt ist." "Soso, das erlebt man auch nicht jeden Tag, was? Leider muss ich euch sagen, dass ich derzeit keine Pokémon habe welche Abgabebereit wären. Die nächsten jungen Trainer werden erst in ein paar Monaten wieder erwartet, wenn der Frühling wieder näher kommt. Aber ich kann dir gerne einen Pokédex und ein paar Bälle anbieten wenn du möchtest?" "Das Angebot klingt sehr verlockend und würde ich liebend gern annehmen, Professor." Manchmal frage ich mich, was wohl noch alles auf mich zukommen wird. Die Pokémon alleine sind schon eine riesen Herausforderung für mich. Ich hatte bisher nicht einmal ein Haustier. Als Kind hatte ich mal ein Meerschweinchen, aber leider starb es etwas früher als erwartet.. Der Professor schlendert zu seinem Schreibtisch in der Ecke und setzt sich hin. Aus einer Schublade entnimmt er einen seltsamen viereckigen Kasten der aussieht, wie mein alter Gameboy. Nur in Lila. Er steckt den Kasten in ein Gerät, kurz darauf erklingt ein Gepiepe auf seinem Computer. Er tippt etwas ein. Der ist aber für sein Alter echt flink mit dem Kasten.. Meine Eltern waren damals schon mit dem Einschalten leicht überfordert.. Von dem lila Ding ertönt nun ebenfalls ein leises Piepen. Er zieht es heraus, steht auf und hält es mir hin mit den Worten: "Bitte sehr, dein persönlicher Pokédex." Ich nehme ihn entgegen und klappe ihn auf. Er hat verschiedene Tasten und Optionen. Ich glaube das Ding sollte ich mir dann mal in Ruhe ansehen.. "Vielen Dank Professor. Das hilft mir sicher weiter. Wissen Sie zufällig, wie ich.. naja.." "Wie du an ein Pokémon kommst?" Ich nicke leicht beschämt. Manche müssen ja echt denken ich sei erst geboren worden. "Naja, wenn du unbedingt willst, schenke ich dir ein paar Pokébälle. Ich habe glaub irgendwo noch welche rumliegen." Er öffnet ein paar Schubladen und nimmt dann aus einem 5 winzig kleine Pokébälle heraus. Boah sind die Winzig! Ich dachte die sind grösser? "Vielen Dank. Aber sind die nicht eigentlich grösser?" Er grinst erstmal über beide Ohren bevor er mich aufklärt: "Du musst den schwarzen Knopf antippen. Damit vergrössert der Ball sich und ist Einsatzfähig. Ist so eine Art.. Kindersicherung. Damit er nicht plötzlich los geht wenn du ihn in der Tasche trägst. Zudem sind sie besser zu verstauen in dieser Grösse." Macht ihrgendwie Sinn.. Ich starr die kleinen Minibälle noch etwas an, bevor ich sie in meine Manteltasche gleiten lasse. "Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Glück. Ich hoffe du findest wonach du hier suchst meine Liebe." Er blickt mich direkt an, dabei läuft es mir irgendwie kalt den Rücken runter.. Woher weiss er, dass ich auf der Suche nach etwas oder jemandem bin? "Danke Professor! Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Abend!", damit packt mich Annabell am Handgelenk und zerrt mich wieder hinaus.

"Boah, bei dem Kerl läuft es mir jedesmal kalt den Rücken herunter!", ruft Annabell als die Tür hinter uns ins Schloss fällt. "Ja der ist irgendwie.. merkwürdig", entgegne ich, mit nachdenklichem Blick auf das Gebäude. "So na komm jetzt! Wir suchen dir ein Pokémon!" "Ohja! Aber.. wo?" "Das kommt ganz darauf an. Was glaubst du denn? An welchem Ort wirst du das Richtige finden?" Das ist ein geniales Argument. Wenn ich so an mein altes Leben zurück denke.. Wo würde ich jetzt hingehen..? "Ich möchte in den Wald!" "Wie bitte? Die Sonne geht langsam unter. Bist du dir ganz sicher?" "Ja bin ich. Komm! Das wird toll!" Ohne nach zu denken stürme ich los. Einfach mal in die eine Richtung, bei der ich glaube: Da wird schon ein Wald auftauchen! Und ich sollte Recht behalten. Es dauert nicht lange als ich am Horizont schon die ersten Bäume entdecke. Ich laufe voller Vorfreude einfach weiter und bleibe erst kurz vor dem ersten Baum stehen. "Aphina! Nicht.. so schnell.. ich kriege.. kaum noch Luft.." Hinter mir taucht Annabell auf, leicht ausser Atem. Als sie neben mir steht, stützt sie ihre Hände auf die Knie und schnappt nach Luft. "Du hast vielleicht ein Tempo drauf!" "Ja das lernt man an Festivals." "An was?" "Nicht so wichtig. Na los, schauen wir mal, was wir hier so finden, ja?" Ich warte gar nicht auf eine Antwort, sondern mache mich gleich auf den Weg durchs Dickicht und höre auch schon vor mir etwas Rascheln. Ob das mein erstes Pokémon sein wird..? Ich versuche mich langsam zu nähern.. Es sitzt neben einem Gebüsch und versucht etwas auf dem Boden zu erschnüffeln. Irgendwie finde ich, es hat leichte Ähnlichkeiten mit einem Hasen.. Nur eben.. in Lila! Das würde doch echt toll passen oder nicht?

Ein vertrautes Gefühl
"Schau mal Annabell! Was ist das für ein Pokémon?", flüstere ich so leise wie es geht. Annabell taucht an meiner Seite auf und meint nach einem kurzen Blick: "Das ist ein Nidoran. Los, benutz deinen Pokédex, der liefert dir dann die gewünschten Informationen." Ich kram das kleine lila Ding aus meiner Tasche und klappe ihn auf. Plötzlich erklingt eine mechanische Stimme:


Pokédex

Nidoran.
Nidoran hat Muskeln entwickelt, um seine Ohren bewegen zu können. Dadurch kann es sie in jede beliebige Richtung drehen. Diesem Pokémon entgeht nicht einmal das leiseste Geräusch.


Na toll, hätte es das nicht auch leise ansagen können? Das kleine Nidoran schreckt auf und sieht uns an. Mein Herz bleibt für einen Moment stehen und das Einzige was ich noch denken kann ist: Bitte, lauf nicht weg! Ich komme aus meinem Versteck, damit mich Nidoran deutlich sehen kann. Es Blickt mich skeptisch an, bewegt sich jedoch nicht. Darauf setze ich mich einfach auf den Boden. Ich starre es an - es starrt zurück. "Weisst du Nidoran. Ich bin heute in den Wald gekommen, um mir mein erstes Pokémon zu fangen. Und jetzt stehst du vor mir. Du wärst glaube ich perfekt für mich. Das Problem ist nun, dass ich nichtmal weiss, wie genau ich dich eigentlich fangen muss.." "Eigentlich schwächt man es durch einen Kampf mit einem anderen Pokémon. Aber versuch mal den Pokéball zu werfen!", flüstert Annabell mir von hinten zu. "Nein, ich werde ihm nicht einfach einen metallischen Ball an den Kopf werfen. Wenn das Nidoran lieber frei sein möchte, werde ich es bestimmt nicht zwingen, an meiner Seite zu sein. Es soll...", ich werde unfreundlicher Weise von einem Summen unterbrochen. Ein immer lauter werdendes und echt penetrantes Summen. Es scheint aus dem Wald zu kommen, von dort wo Nidoran derzeit steht. Es springt hoch, in meine Richtung, und steht nun mit dem Rücken zu mir. Aus der Dunkelheit nehme ich zwei grosse, rote Augen wahr. "Boah ist das eine riesige Biene!", rufe ich instinktiv. Ah! Moment! Ich zücke abermal meinen Pokédex, dieser hat mir folgendes zu berichten:


Pokédex

Bibor.
Bibor ist sehr wehrhaft. Es sollte sich besser niemand seinem Nest nähern. Wenn man sie ärgert, greifen sie in Schwärmen an.


Ohje.. ob das gut geht? "Los! Hilf Nidoran!" "Ja gut, aber wie?!" "Kämpfe mit ihm!!" "Ich weiss doch nicht mal was für Attacken es kann!" "Der Pokédex weiss es, aber ich bin schneller: Silberblick, Schnabel, Doppelkick und Giftstachel!" Uh, Schnabel klingt irgendwie toll. Keine Ahnung warum. "Na gut, dann versuchen wir es halt! Nidoran, bereit?!"


Aphina


Vs.

Wildes Pokémon


"Bereit wenn du es bist Nidoran! Gib mal Gas mit.. wie hiess das... Achja! Giftstachel!" Nidoran schiesst Giftstacheln aus seinem Körper in die Richtung von Bibor. Doch Bibor ist schnell.. es weicht gekonnt aus und kommt Nidoran gefährlich nahe! Es setzt zuerst seine rechte Nadel ein und danach seine Linke. Nidoran wird zurückgeworfen, fängt sich mit den Beinen aber gut auf. "Bibor ist zu schnell.. Mal sehen was das so kann: Nidoran, versuch es mit Silberblick!" Nidoran starrt Bibor an, dieses wendet den Blick wie hypnotisiert auf Nidoran. "Ui klasse! Jetzt mit Doppelkick!" Es springt in die Luft, tritt zuerst mit dem einen Bein zu, dreht sich kurz um die eigene Achse, und gibt ihm mit dem anderen Fuss den Rest. Bibor wird nach hinten geschleudert. Oha.. Die Attacke sah so stark aus.. Warum passiert da nichts?! "Bibor nimmt kaum Schaden von Kampfattacken!", klärt mich Annabell auf. Hättest du das nicht früher sagen können? Bibor nähert sich wieder mit enormer Geschwindigkeit. "Silberblick!" Wieder hängt es in der Luft und starrt Nidoran in die Augen. "Jetzt Schnabel!" Es springt durch die Luft und trifft Bibor frontal mit seinem kleinen Schnabelartigen Maul. Es geht sofort zu boden und bewegt sich nicht mehr.
Aphina gewinnt!


"Juuhu! Boah Nidoran, du bist echt klasse! Und was meinst du, würdest.." Abermals werde ich durch ein Summen unterbrochen. Doch dieses mal ist es enorm viel lauter als vorher. Annabell und ich starren gebannt in die Dunkelheit, als plötzlich ein riesen Biborschwarm auftaucht. "Aphina, Lauf!" Ich spring nach vorne, schnappe mir Nidoran und renne so schnell ich kann aus dem Wald hinaus. Der Schwarm lässt nicht von uns los und wir rennen um unser Leben. Wir flitzen quer durch das Dorf und ich tu das Einzige was mir in dem Moment in den Sinn kommt. "Komm mit Annabell!" Ich renne weiter das Dorf herunter bis ich sehe was ich gesucht habe: Der Bach! Ich suche eine etwas tiefere Stelle und springe hinein. Annabell folgt mir direkt und zusammen versuchen wir uns etwas unter Wasser zu halten. Wir sehen wie der Biborschwarm über uns flattert. Sie starren uns an. Die warten jetzt, bis wir entweder wieder nach oben kommen, oder uns die Luft ausgeht.. Plötzlich schiessen ein paar hell glühende Kugel über uns hinweg. Das eine oder andere Bibor wird getroffen. Sie Blicken in die Richtung aus welcher die Kugeln gekommen sind. Kurz darauf fliehen sie. Annabell und ich kommen wieder an die Oberfläche. Nidoran halte ich immer noch fest an mich gedrückt und blicke es kurz an: "Alles in Ordnung?", frage ich es. Es nickt mir zu. Zurück am Ufer, sehen wir nun, woher die Kugeln gekommen sind. Nahe am Ufer sitzt eine... Nacktschnecke? Nur scheint die gesamte Schnecke aus Feuer zu bestehen. Hinter der Schnecke steht ein junger Mann. Ich schätze er ist so ca in meinem Alter. "Hallo. Vielen Dank für deine Hilfe. Das war echt knapp!" "Kein Problem. Die Bibor in dieser Gegend sind schon etwas leicht reizbar. Ich bin übrigens Thomes. Und wer seid ihr?" "Das Mädchen hinter mir heisst Annabell, mein Name ist Aphina und dass hier ist Nidoran", antworte ich mit dem Blick auf Nidoran. "Ah, dann gehe ich mal davon aus, dass Nidoran dein Pokémon ist?" "Ähm, das weiss ich noch nicht so recht. Eigentlich war ich dabei, es zu fangen, oder besser gesagt, es zu bequatschen. Da sind uns die Bibors dazwischen gekommen. Was ist das für ein Pokémon welches du da bei dir hast?" "Ach, das ist mein Schneckmag. Ziemlich hitziges Temperament, aber mein bester Freund." "Ähm, Aphina..?", meldet sich Annabell plötzlich stotternd, "du hast da was auf deinen Haaren!" "Hm? Was denn?" Ich greife nach hinten. Meine Hände kriegen etwas zwischen die Finger und ich zupf es von meinen Haaren herunter und zieh es nach Vorne um es sehen zu können. Eine kleine grüne Spinne starrt mich an. "Ui du bist ja toll!", rufe ich etwas lauter als gewollt. Ich setze die kleine Spinne auf den Boden und blicke zwischen ihm und Nidoran hin und her. "Haha du bist ja echt ne Marke!", lacht Thomes. "Huch, wieso dass denn?", erwidere ich verwirrt. "Die meisten Frauen die ich kenne, wären jetzt erstmal schreiend weggerannt." "Boah wieso denn? Ich liebe Spinnen! Der kleine ist echt süss - und das Wort benutze ich wirklich nicht oft." Derweilen hat sich Annabell um ein paar Meter von mir entfernt. Sie sieht etwas blass aus. Stelle ich mit einem Blick auf Annabell fest. "Was überlegst du denn?" "Welches der Beiden ich fangen soll. Sie sind so toll. Am Liebsten würde ich sie beide mitnehmen!" "Dann mach es doch einfach." "Nein, ich will sie nicht zwingen.." Ich krame zwei Pokébälle aus meiner Tasche und lege sie ihnen vor die Nase. "Für jeden einen. Sofern ihr wollt", Sage ich und steh auf. Neugierig darauf, was nun geschieht. Nidoran schnuppert leicht irritiert an dem Ball, blickt mich an und.. sucht das Weiter. Es rennt an mir vorbei in die Richtung aus der wir gekommen sind. Enttäuscht blicke ich ihm nach. Oh schade. So ein tolles Pokémon.. Mein Blick wandert zurück zu der kleinen Spinne. "Und du?", frage ich neugierig. Es blickt ebenfalls kurz zu dem Pokéball vor sich und blickt mich dann skeptisch an. Annabell kommt etwas näher und meint zu mir: "Das ist ein Käferpokémon. Es heisst Webarak. Mark habe ich vorhin im Markt an der Kasse getroffen, ich habe dir ein kleines Geschenk gekauft. Hier, der ist für dich!", sie greift in ihre Tasche und hält mir einen von diesen kleinen blauen Bällen hin, mit dem schwarzen Netzmuster. "Oh ein Netzball! Das ist lieb von dir Annabell! Vielen Dank!" Ich nehm den Ball entgegen und knie mich vor Webarak hin. "Da bitte sehr, wäre dir dieser Ball eventuell lieber?" Webarak sieht fröhlich aus. Es tippt mit seinem Kopf gegen den Ball. Dieses rote Licht erscheint wieder und saugt Webarak direkt in die Mitte hinein. Der Ball wackelt kurz hin und her während der kleine schwarze Knopf immer wieder rot aufleuchtet. Nachdem Ertönen eines lauten Bling! bleibt der Ball reglos liegen. Verdutzt und überrascht starre ich ihn an. "Na nimm ihn schon Aphina! Webarak gehört nun zu dir!" Immernoch leicht irritiert darüber, wie einfach das ging, obwohl ich Webarak gerade erst gesehen habe, aber mit Nidoran schon gekämpft hatte und dennoch wollte dieses nicht zu mir. Webarak jedoch schon. Seltsam diese Pokémon.. Behutsam nehme ich den Ball entgegen und lächle ihn mit einem Hauch von Stolz an. "Na Glückwunsch. Jetzt hast du ja dein Pokémon!", meint Thomes lächelnd zu mir. "Danke. Ich freu mich sehr darüber. Aber ich muss gestehen, ich bin jetzt total erschöpft.." "Das glaube ich gerne. Wenn das dein erstes Pokémon ist, war dies bestimmt ein aufregender Tag für dich." "Du hast ja keine Ahnung!", meine ich lachend zu Thomes. "Na komm Aphina, wir sollten langsam zurück. Meine Mutter wartet bestimmt schon auf uns." "Ja gut. Danke nochmal für deine Hilfe Thomes. Sieht man dich nochmal irgendwo?" "Ich denke schon. Bin gerade erst hier angekommen. Werde mich für heute Nacht im Pokémoncenter niederlassen und mir morgen das Dorf mal etwas genauer ansehen." "Freut mich. Vielleicht sieht man sich dann Morgen. Gute Nacht!" Annabell und ich drehen uns um und gehen langsam wieder in die Richtung von ihrem zuhause. Nach kurzer Zeit drehe ich mich nochmal kurz um und Blicke Thomes hinterher. Irgendwie.. dieser Mann... ich weiss nicht. Er scheint mir so.. vertraut!, jagd es mir durch den Kopf. "Aphina komm! Ich hör schon wie die Betten nach uns rufen!" Ich setze meinen Weg fort und hoffe, dass ich ihn am nächsten Tag wieder sehen werde...

Schmetterlingsbaum
"Was ist denn los mit dir Aphina?" "Wie bitte?" Mein Blick wandert zu Annabell, nachdem sie mich gerade aprupt aus meinen Gedanken gerissen hat. "Du wkrst so abwesend seit wir wieder zurück sind. Stimmt etwas nicht?" "Naja, aktuell stimmt in meinem Leben ja vieles nicht. Aber dies ist nicht der Grund. Mir geht einfach dieser Junge nicht mehr aus dem Kopf." "Welcher? Thomes?" "Ja richtig." "Oh, hast du dich etwa in ihn verguckt?" "Nein. Es ist nur.. ach, nicht so wichtig. Lass uns schlafen gehen, ich möchte morgen eine Runde mit Webarak drehen." "Na gut.." Sie wirkt leicht enttäuscht. Naja, tut mir leid, ich bin keine 12 mehr. Okay zugegeben, selbst mit 12 war ich nicht so, dass ich einer Freundin mein ganzes Herz ausgeschüttet habe. Eigentlich hatte ich nie jemanden für so etwas. Nur James wusste alles über mich.. James.. wo bist du nur..? Ich hoffe, dir geht es gut..

"Hey ihr Schlafnasen! Würdet ihr dann auch mal bitte das Bett verlassen?" Ich hatte lange nicht mehr so einen guten Schlaf, bis Kate uns unsaft aus diesem hinaus riss. Annabell und ich schauen uns an. Kurz darauf standen wir auf, zogen uns an und gingen gleich mal an die frische Luft. "Phu was für ein hübscher Morgen. Alles wirkt so friedlich." So lange wie ich angenommen hatte, haben wir gar nicht geschlafen. Die Sonne ist noch auf Wanderschaft gegen die Mittagszeit. Aber mich drängt das Verlangen, mehr über Webarak zu erfahren. Schliesslich ist es doch nun mein Pokémon. "Annabell, ich werde mit Webarak etwas auf die Wiese gehen. Ich möchte mal schauen was es so kann." "Klar warum auch nicht." Wir verlassen den Garten und kurz darauf stehen wir schon auf der Wiese. Hier sind wir gestern entlang gegangen, als mich Annabell gefunden hatte. Weiter oben beginnt bereits der Wald. Mit einem schnellen Griff, hole ich Webarak aus seinem Pokéball heraus. "Guten Morgen! Ich wüsste gerne, was du so kannst!" Dies lässt sich Webarak auch nicht zweimal sagen. Sofort schiesst es etwas weisses und klebriges aus seinem Mund. Spinnenseide! Die Seide bleibt sofort an meinem Bein kleben und mit einem Ruck von Webarak, bringt es mich damit auch sofort zu fall. Annabell steht daneben und kichert leise. "Hey das ist ja cool." Ich zupfe ein paarmal daran um zu testen, wie stabil das Ganze ist. "Das Zeug ist ja enorm reissfest!" "Aber klar, aus der Attacke Fadenschuss können tolle Textilien hergestellt werden", berichtet mir Annabell mit ihrem Fachwissen. "Und wie Zielsicher bist du damit Webarak? Los fang!" Und damit werfe ich einen leeren Pokéball aus meiner Tasche in die Luft. Webarak nimmt ihn ins Visier und schiesst - leider daneben. Webarak sieht mich traurig an. "Naja, das könnten wir ja dann noch üben, meinst du nicht?" "Aphina?" "Ja?" "Schau mal, du wirst beobachtet." Annabell sieht in die Richtung des Waldes. Tatsächlich entdecke ich dort etwas unter einem Gebüsch, welches uns Neugierig betrachtet. "Ist das nicht das Nidoran von gestern?" Annabell hat recht. Das ist wirklich genau das Nidoran. "Hey Nidoran!", rufe ich laut dem kleinen Hasen entgegen und winke ihm. "Magst du uns nicht gesellschaft leisten?" Prompt kommt es aus dem Gebüsch gehoppelt. Es bleibt doch einige Meter vor uns stehen. Seine Körperhaltung sieht aus, als würde es jeden Moment wegrennen wollen. "Aphina, ich glaube es will dich testen und mit dir kämpfen." "Meinst du? Ist dem so Nidoran? Magst du gegen mich antreten?" Der Kleine nickt und lässt dabei Webarak nicht aus seinen Augen. "Na gut! Dann wollen wir mal!"


Aphina


Vs.

Wildes Pokémon


Ich möchte erstmal abwarten was es tut. Seine Attacken kenne ich ja von gestern noch recht gut. Wir stehen uns gegenüber und jeder scheint auf den Anfang des Anderen zu warten. Nidoran gibt nach und stürmt auf Webarak los. Ich warte bis es näher kommt.. Nur die Ruhe, das schaffen wir Webarak.. "Aphina! Pass doch auf!", ruft mir Annabell zu. Doch ich habe bereits einen Plan geschmiedet. Als Nidoran endlich in Reichweite ist, rufe ich: "Umklammerung!" Webarak springt Nidoran entgegen. Es wird noch von der Tackleattacke getroffen, doch Webarak klebt nun an dem kleinen Hasen wie eine Zecke. "Absorber!" Webarak zapft die Energie von Nidoran an und heilt damit seine kleine Verletzung, welche es durch den Tackle erlitten hat. Nidoran windet sich in der Umklammerung un schafft es, mit Doppelkick, sich Webarak vom Leib zu schaffen. Sein Blick! Nidoran setzt Silberblick ein! "Schnell Fadenschuss! Ziel auf die Augen!" Es trifft nicht die Augen. Stattdessen bleibt der klebrige Faden an seinem Ohr hängen. "Auch gut.. Zieh!" Mit einem kleinen Ruck wird der Silberblick unterbrochen und Nidoran kippt nach vorne. Es wirft den Kopf nach hinten, um Webarak wie mit einem Seil, näher an sich heran zu bringen. Es stürmt wieder los! "Giftstachel!" Webarak schiesst mehrere Stacheln auf Nidoran, doch dieses weicht im Zickzack geschickt aus und trifft Webarak frontal. In meinem Kopf rattert es: Was könnte ich denn nur tun? Bevor ich überhaupt auf eine Idee komme, nimmt Nidoran bereits wieder Anlauf. "Fadenschuss auf die Beine!", schiesst es aus mir heraus. Und dieses mal trifft es sogar! Die Beine von Nidoran verkleben sich mit dem Netz und es fällt hin. Aus Reflex schiesst es Giftstacheln auf Webarak - und trifft! Webarak geht zu boden..
Nidoran gewinnt


"Ohje.. mein armes Webarak." Ich gehe hin und nehm die kleine Spinne auf den Arm. "Das was trotzdem super mein Kleiner. Wir werden einfach trainieren. Irgendwann wirst du dann unschlagbar, ja?" Webarak sieht mich glücklich an. "Du hast super gekämpft Nidoran. Du hattest gestern wohl damit recht, dass du weggelaufen bist. Du verdienst einen stärkeren Trainer als mich. Ich hoffe, du findest ihn irgendwann." Nidoran siht mich starr an, dreht sich um und verschwindet wieder im Unterholz des Waldes. "Aphina, du solltest Webarak in ein Pokémoncenter bringen. Dort wird es dann wieder aufgepeppt." "Alles klar. Lass uns gehen." Dennoch trauere ich etwas Nidoran hinterher. Was für ein tolles Pokémon.. Aber wer weiss, vielleicht finde ich auch mal ein Ähnliches..

Zum Glück brauchen wir nicht lange zum Center, es steht in der nähe von dem Markt in welchem wir gestern zu besuch waren. "Guten Morgen Schwester. Könnten Sie sich bitte um mein Webarak kümmern?" Immernoch mit der kleinen Spinne auf dem Arm, betreten wir das Center und ich lege es auf die Theke nieder. "Aber natürlich. Das dauert auch nicht lange." Die Schwester nimmt Webarak an sich und verschwindet im Hinterraum. "Na, hast du versucht, Webara zu testen?" Die Stimme kenne ich doch! Als wir uns umdrehen, sitzt in einer Ecke Thomes auf einem Sofa, den Blick auf einen Fenseher an der Wand gerichtet. "Ja richtig. Leider nicht sehr erfolgreich wie man sieht." "Mach dir keine Sorgen, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen." "Du bist auf Reisen und sitzt in einem Pokémoncenter rum?", mischt sich Annabell ein. "Ich habe es nicht eilig, wollte erstmal kurz das Wetter und die Nachrichten beobachten. Schneckmag fühlt sich bei Regen nicht so wohl, weisst du?", entgegnet er mit einem Augenzwinkern.
"Oh Gott NEIN! Hilfee!", erklingt plötzlich ein lauter Schrei von draussen. Zusammen verlassen wir in grosser Eile das Center, um zu sehen, was passiert war. Eine junge Frau kniet weinend vor einem Baum. An diesem Baum sind riesige Flügel angebracht, damit es so aussieht, als ob sie dem Baum selbst gehören würden. Doch an den Seiten läuft Blut herunter. "Oh mein Gott, sind sie etwa hier?", sagt Annabell in voller Aufregung. "In den Nachrichten habe ich nichts gehört. Zuletzt wurden sie ganz woanderst gesichtet", antwortet ihr Thomes. "Wen meint ihr?" "Der Clan der Schattenklaue!" "Ja jetzt weiss ich mehr. Würdet ihr mich aufklären?" Thomes ergreift das Wort: "Der Clan der Schattenklaue ist eine üble Bande. Sie töten Pokémon, nehme einen Tail mit und der Rest, den sie nicht verwenden können, wird zu einer Art.. kranker Kunst. Sie lassen jedesmal ein paar Teile zurück.." "Nicht verwenden können? Wofür sollte man denn Körperteile von Pokémon verwenden?" "Das weiss keiner. Fast täglich findet man solche Bilder in den Nachrichten." "Warum wurden sie bisher nicht geschnappt? Ich meine, es ist mitten am Tag!" "Auch das weiss keiner. Sie sind so schnell da und wieder weg. Bevor man überhaupt merkt, was gerade vor sich geht, sind sie bereits wieder verschwunden.." "Die arme Frau.. Schrecklich wenn man so einen Freund verliert." "Nicht nur dass", mischt sich nun auch Annabell ein, "Es werden nicht nur trainierte Pokémon hingerichtet, sondern auch welche, die noch in der Wildnis leben." Ich bin ja ein grosser Horrorfan.. Das Kunstwerk gefällt mir sogar muss ich zugeben.. aber die armen Pokémon. Ich hoffe, dass sie zumindest nicht leiden mussten.. "Gehen wir besser wieder rein. Die Polizei wird bestimmt schon auf dem Weg hierher sein." Ich nicke zustimmend und wir kehren zurück ins Pokémoncenter und setzen uns alle auf das Sofa. "Sollte ich jemals einen von ihnen in die Finger bekommen, werde ich ihn mit Schneckmag grillen!" Ich kann die Wut von Thomes gut nachvollziehen. Sollte jemand meinem Webarak soetwas antun, würde ich wahrscheinlich total ausflippen.

Wir sitzen noch eine ganze Weile herum, als die Schwester mir mein Webarak zurück bringt. "Und, was habt ihr nun vor?", fragt uns Thomes neugierig. "Ich weiss noch nicht. Ich wollte mich vielleicht noch etwas umsehen und schauen, ob ich noch einen Freund für Webarak finde." "Ah, du willst dein Team erweitern. Da wäre nur zu gern dabei." "Warum? Hattest du schon lange nichts mehr zu lachen?", rutscht es mir sofort heraus. Das ist mal wieder so typisch für mich.. ich nehme sofort das Schlimmste an.. In Gedanken hau ich mir gerade selbst eins über den Schädel, als Thomes lachend erwidert: "Nein. Aber ich habe noch nichts geplant und wer weiss, vielleicht könnte ich ja sehr nützlich sein. Ihr zwei seid mir sympatisch." Instinktiv werde ich etwas rot. "Na wenn das so ist..", murmle ich und wir verlassen zu dritt das Center. Ob ich wieder in den Wald soll, oder mal mein Glück am Bach versuche? Vielleicht finde ich auch hier in der Stadt ein tolles Pokémon? So viele Möglichkeiten gehen mir durch den Kopf als wir schweigend durch die Strassen gehen.

Die Lichtbestie
"Aphina, möchtest du es vielleicht nochmal im Wald versuchen?", unterbricht Annabell das Schweigen. "Klingt jedenfalls besser als hier weiter planlos durch das Dorf zu gehen." Na gut, dann wieder ab in den Wald. Wir verlassen die Strasse und gehen zwischen den Häusern hindurch und den kleinen Hügel hinauf. Oben angekommen bahnen wir uns einen Weg durch das Dickicht. Nach kurzer Zeit stehen wir auch schon mitten im Wald. Mit Webarak auf den Armen, marschiere ich weiter, bis wir alle ein gequältes Geräusch wahrnehmen. Fix ändere ich meine Richtung und nähere mich damit rasch diesem Geräuscht. "Sag mal gehts noch!", schrei ich instinktiv. Ein Mann mit weissem Umhang steht dort zwischen den Bäumen, ein lilanes Pokémon schwebt vor einem Baum, es hält ein grosses, grünes Pokémon fest. Die Sicheln des grünen Pokémon werden mit Gewalt gegen den Baum gedrückt, damit es sich nicht mehr bewegen kann. Der Mann scheint gerade damit beschäftigt gewesen zu sein, mit einem Messer, die Sicheln von dem Pokémon abzutrennen. Blut rinnt am Arm des armen Pokémon herunter. "Fadenschuss!", schrei ich, während ich Webarak in die Luft halte. Der Faden schiesst nach vorne und bleibt an dem Messer kleben. Mit einem Ruck zieht es Webarak zu sich und entwaffnet damit den Angreifer. Der Mann mit der weissen Kleidung dreht sich zu uns um und wir erkennen eine weisse Maske. Er ist komplett in Weiss gekleidet. Seine Haare dagegen pechschwarz. Von einer Sekunde zur Nächsten, sind der Mann und sein lila Pokémon plötzlich verschwunden und das Grüne bricht vor dem Baum zusammen. "Das habt ihr doch auch gesehen oder? Das habe ich mir nicht eingebildet?", plappere ich stotternd. "Wir haben es auch gesehen Aphina. Der Kerl mit der Maske wollte mit Hilfe von Alpollo dieses arme Sichlor zu strecke bringen." Das war also ein Alpollo.. und das Grüne da vorne heisst Sichlor.. "Schnell, wir müssen ihm helfen!" "Aphina nein! Sichlor ist ein sehr gefährliches Pokémon! Seine Sicheln sind so scharf wie ein Rasiermesser!" Doch ich höre gar nicht zu, ich zupfe meinen Pokéball vom Gürtel und lasse Webarak im Ball verschwinden. Dadurch fällt das Messer, welches es noch bei sich hatte, zu boden. Doch auch dieses Detail fällt mir gar nicht weiter auf. Ich eile zu Sichlor hinüber, dieses blickt mich wütend an und hebt seine gesunde Sichel an um sie schützend vor sich zu halten. "Lass das Sichlor! Ich will dir doch nur helfen! Du wirst ansonsten hier draussen verbluten!" Ich versuche die Sichel wegzuschieben, doch mit einer schnellen Bewegung, trifft mich Sichlor an der Schulter und schneidet mir damit die Haut auf. "Autsch.. verdammt.. Hör auf!", schrei ich es an und voller Wut pack ich die Spitze seiner Sichel und schieb sie so weit weg wie möglich. Durch den Schmerz in meiner Schulter, merke ich nicht, dass ich mir damit gerade die Handfläche aufgeschlitzt habe. Auf den Knien umschlinge ich mit meinen Armen die Hüfte von Sichlor und hiefe es über meine Schultern. "Los kommt schon ihr zwei!", rufe ich den Beiden zu. Wie erstarrt und völlig neben sich, starren sie mir entgegen. Ich habe nurnoch das Pokémoncenter vor Augen und beeile mich so sehr wie ich kann. Sichlor ist schwerer als es aussieht.. Nach einer Weile bemerke ich, dass es ganz schlaff über mir hängt. Ich glaube ihm ist schwarz vor Augen geworden. Das ist kein gutes Zeichen! Ich muss mich beeilen bevor es verblutet! Mir läuft bereits der Schweiss als ich aus dem Wald hinaus komme, das Dorf nähert sich endlich. Erst jetzt bemerke ich, dass Annabell und Thomes die ganze Zeit hinter mir her rannten. Thomes überholt mich auf der halben Strecke und rennt gerade Wegs zum Center. Er hält mir die Tür auf während ich hinein stürme und bereits durch das Center rufe: "Schwester! Wir brauchen sofort Hilfe! Sichlor verblutet!" Die Schwester welche gerade aus dem Hinterraum mit einem silbernen Tablett gekommen war, lässt dieses fallen und eilt zu mir. "Was ist denn euch passiert?" "Stoppen Sie die Blutung!" Thomes eilt zu einem Schrank und reisst dort eine Decke heraus. Er kommt zurück und bindet diese um die Wunde. Die Schwester machte sich auf den Weg um ein Krankenbett auf Rädern zu holen. Wir hiefen Sichlor hinauf und sofort verschwindet sie mit ihm im hinteren Raum. "Aphina..!" "Was denn..?", antworte ich leicht geknickt. Ich bin total aus der Puste. Mir läuft der Schweiss, mein Herz scheint jeden Moment die Arbeit zu verweigern und ich bin den Tränen nahe. Ich hoffe wir sind nicht zu spät gekommen.. Sichlor muss überleben.. "Hörst du mir überhaupt zu? Aphina!" Annabell schreit mich an. "Was ist denn!", schnauze ich sie an. "Du bist total blutverschmiert! Deine Hand tropft!" Erst jetzt bemerke ich die Wunden, welche ich mir dabei zugezogen habe. Aus der Wunde an meiner Hand quillt Blut, meine Schulter brennt auch höllisch und meine Beine sind total zerkratzt und bluten auch ein bisschen. Ich schleppe mich zu den Sofas und setze mich erstmal hin. "Mir geht es gut. Ich muss nur etwas durchatmen." "Dir geht es gut? Wen willst du hier verarschen?" Annabell eilt zur Theke und haut ein paarmal auf die kleine Glocke dort. Eine andere Schwester erscheint unter der Tür. "Ja bitte?" "Tut mir leid Schwester, ich weiss, dies ist ein Center für Pokémon. Aber meine Freundin da hat sich schlimme Verletzungen zugezogen. Könnten Sie ihr nicht eventuell behilflich sein?" Die Schwester mustert mich um die Ecke herum und antwortet: "Ohje das sieht ja schlimm aus. Natürlich, das haben wir gleich. Bin sofort wieder da." Und damit verschwindet sie wieder in ihrem Zimmer. Nur kurze Zeit später taucht sie wieder auf und eilt zu mir hinüber. Mit einem feuchten Lappen wischt sie als Erstes meine Wunden sauber. "Das brennt jetzt", warnt sie mich vor, während sie eine Tube öffnet und den Inhalt auf meinen Wunden einreibt. Mit einem Verband wickelt sie meine Hand ein und auch grosszügig meine Schulter. "So das hätten wir erstmal. Du solltest dich vorerst etwas Ruhen und nicht zu sehr anstrengen, damit die Wunden auch heilen können." "Vielen Dank Schwester!", bedankt sich Annabell in meinem Namen. Ich selbst bin mit den Gedanken ganz woanderst. Wie hypnotisiert starre ich auf den Fussboden. "Das war einer, dass ist euch doch klar, oder?", beginnt Thomes das Gespräch. Seine Wut ist deutlich aus den Worten heraus zu hören. "Meinst du?", reagiert Annabell. "Aber natürlich. Er hat schliesslich versucht dem armen Pokémon die Sicheln abzuschneiden!" "Habt ihr diese seltsame Maske gesehen?" "Das war nicht einfach nur eine Maske..", murmle ich vor mich hin. "Meinst du nicht?" "Nein. Das waren Knochen. Ein Schädel von einem Pokémon schätze ich." "Jetzt wo du es sagst.. und diese weisse Kleidung. Warum denn komplett in Weiss?" "Geister..", murmle ich weiter. "Wie meinst du das Aphina?" "Gib einem Kind ein paar Malstifte und sage ihm, es soll einen Geist zeichnen. Was kommt dabei heraus?" "Eine weisse Gestalt..", antworten mir beide zeitgleich. "Meinst du, sie sind vielleicht sogar Geister?" Jetzt haben auch die Beiden ihre Stimmen gesenkt. "Warum denn nicht? Welches Lebewesen könnte denn so etwas abartiges übers Herz bringen?", wirft Annabell die Frage in den Raum. "Wir wissen es nicht. Wir stellen hier nur Vermutungen an. Aber wenn es wirklich so wäre: Was meint ihr, was bezwecken sie damit?" In dem Moment kommt die Schwester zu uns, welche vorhin mit Sichlor verschwunden war. "Seid ihr die Trainer von Sichlor?" "Wie geht es ihm?" Im Reflex spring ich sofort auf die Beine. "Es wird überleben. Ich musste die Wunde nähen. Durch den Angriff hat es enorm viel Blut verloren. Es wird sich wohl noch einige Stunden hier ausruhen müssen, bevor es das Center wieder verlassen darf. Ihr solltet morgen wieder vorbei kommen." "Okay. Danke Ihnen." Die Schwester verlässt uns wieder, als Annabell das Wort ergreift: "Du hast getan was du nur konntest Aphina. Wir sollten gehen, wir können aktuell sowieso nichts für ihn tun." "Sie hat Recht. Am Besten wir gehen zur Polizei und melden diesen Vorfall auch gleich." "Macht ihr nur, ich werde hier bleiben und noch etwas warten." "Bist du dir sicher?" "Ja. Los, macht eure Meldung bei der Polizei, ich werde später nachkommen. Ich brauch noch etwas Zeit." "Na gut. Aber lass das nicht zu sehr an dich ran meine Liebe, ja?" Die Worte von Thomes erfreuen mein Herz. Doch aktuell bin ich nicht in der Lage, ihm dies zeigen zu können. Ich lächle sie an und nicke nur kurz. Zusammen verlassen sie das Center. Noch eine ganze Weile sitze ich einfach nur da und starre weiterhin den Boden an. Wieso sind sie so sehr an diesen Pokémon interessiert? Wozu diese eigenartigen und schaurigen Kunstwerke? Wenn sie selbst Geister sind, könnte es sein, dass sie mit der Kunst ein Ritual verfolgen? Wollen sie wieder Leben? Oder wollen sie damit nur ihren Frieden finden? Wie viele gibt es wohl von denen dort draussen..? Letzten Endes stehe ich auf und gehe zum Empfang hinüber. "Ach Schwester, ist es möglich, Sichlor zu besuchen? Ich würde es gerne sehen." "Aber natürlich. Folge mir." Die Schwester geht voraus durch eine Nebentür. Wir kommen an ein paar Räumen vorbei. Jeder Raum hat eine Tür mit einer grossen Nummer darauf. Sie öffnet die Tür mit der Nummer 13. Ich gehe hindurch und sehe Sichlor auf einem Bett liegen. Ein paar Schläuche sind an ihm angeschlossen und eine Maschiee mit Piepton, überträgt seinen Herzschlag. "Was sind das alles für Schläuche?" "Ein paar Vitamine und Medikamente damit es schnell wieder gesund wird." Ich geh zum Bett hinüber und setze mich dort auf einen Stuhl. Die Schwester verlässt den Raum und schliesst die Tür. Nun bin ich alleine mit Sichlor. "Es tut mir so leid was mit dir passiert ist Sichlor.. Ich wünschte wir könnten diese Wesen alle vernichten. Kein Pokémon hat soetwas verdient.. und du schon gar nicht. Ich sehe dich an und erkenne, dass du gutmütiger bist als alle glauben." Ich starre Sichlor noch eine Weile an. Vieles geht mir durch den Kopf. Bis ich plötzlich wegnicke..


"Sag mal Schatz, wie würdest du eigentlich reagieren, wenn ich plötzlich Blutverschmiert nachhause kommen würde?" James sieht mich nachdenklich an und antwortet: "Ich würde zuerst mal nachsehen, ob es dein eigenes Blut ist. Wenn nicht, kommst du sofort in die Badewanne. Deine Kleidung würde ich verbrennen. Warum fragst du mich solche Dinge?" "Ach, du kennst mich doch. Manchmal habe ich mich einfach nicht unter Kontrolle. Irgendwann kommt sicher mal der Tag, an welchem diese Ader in mir, völlig die Kontrolle übernehmen wird." Ich sitze mit James beim Abendessen. Nebenbei läuft Musik. "Sag mal Aphina, glaubst du eigentlich an ein Leben nach dem Tod?" "Nein und du?" Er zuckt mit den Schultern: "Irgendwie schon. Ich glaube daran, dass wenn wir sterben, unsere Seele hier weiterexistiert. Dass wir in Gewisser weise dann auch die Fähigkeit haben, in der Zeit zu gehen, weil die Zeit nach dem Tod die Bedeutung verliert." Ich kann mir ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. "Also, wenn ich jetzt tod umfalle, würde ich als Seele ohne Körper hier weiter sitzen können. Durch die Zeit werde ich auch wandern können oder wie? Mal angenommen es ist wirklich so. Wieso sollte ich dies tun?" "Keine Ahnung. Aber ich stelle mir halt auch vor, dass ruhelose Seelen auf die Art versuchen könnten, mit uns zu kommunizieren. Sie könnten uns vorwarnen bevor etwas schlimmes geschieht. Sie wären somit immernoch für uns da, auch wenn sie nicht mehr da sind."


"Entschuldigen Sie bitte. Hallo?" Eine Stimme reisst mich aus meinem Traum. Als ich die Augen öffne, liegt Sichlor immernoch völlig weggetreten in seinem Bett. Die Schwester starrt mich an. "Ohje ich muss eingeschlafen sein, tut mir wirklich leid.." "Macht ja nichts. Ich sehe Sie machen grosse Sorgen um ihr Pokémon. Aber da sind zwei beim Empfang, die suchen nach Ihnen." "Oh alles klar, vielen Dank." Ich steh auf und mach mich auf den Weg zum Empfang. Als ich durch die letzte Tür gehe, stehen Annabell und Thomes dort. Naja, wer auch sonst? "Wie geht es Sichlor?" "Den Umständen entsprechend. Wie war es bei der Polizei?" "Naja..", Annabell kratzt sich am Kopf und richtet den Blick auf den Boden, als Thomes als Reaktion darauf das Wort ergreift: "Die glauben uns nicht." "Was?", platzt es aus mir heraus. "Warum denn nicht?" "Sie sind der Meinung, dass wir eine Lichtbestie beschrieben haben." "Was ist denn eine Lichtbestie?" "Kennst du die Legende denn nicht?" "Nein, die Geschichte ist mir neu. Klärt mich auf!" "Okay, aber nicht hier. Wir sollten an den Bach runtergehen."

Aufbruch ins Abenteuer
Eine kühle Brise weht uns entgegen, als wir uns dem Bach nähern. Hier scheint es gerade sehr ruhig zu sein. Nach dem Vorfall heute Nachmittag, haben sich wohl die Meisten zuhause eingenistet. Ich setz mich ans Ufer, Annabell und Thomes tun es mir gleich. "Also. Die Legende der Lichtbestien. Erzählt mir davon." "Na gut: Man sagt sich, dass Lichtbestien ruhelose Geister sind, welche keine Ruhe gefunden haben und nun auf der Suche nach einer neuen Aufgabe sind. Sie holen sich ihre Masken von dem grossen Friedhof der Knoggas und tragen ihre Häupter, um von den Lebenden nicht wiedererkannt zu werden. Sie können nicht nur durch die Zeit, sondern auch durch die Dimensionen wandern. Sie ernähren sich von dem Licht, der Reinheit des Lebens. Diese schlägt in der Brust von nur wenigen Lebewesen. Sie benötigen diese, um die Menschen, die sie lieben, beschützen zu können." "Es schlägt in der Brust von Lebewesen? Also ist damit das Herz gemeint, nicht wahr?" "So wird es jedenfalls vermutet." "Aber wieso wollen sie ihr Gesicht nicht zeigen? Wenn sie doch durch die Dimensionen wandern, wird jetzt zum Beispiel in dieser Welt, sie sowieso keiner erkennen, weil sie niemand kennt. Oder nicht?" "Keine Ahnung. Aphina, es ist nur eine Legende. Das kann purer Zufall sein oder die Täter benutzen mit Absicht diese Knoggamasken um genau sowas damit anzurichten. Man soll eventuell nur annehmen, dass es Lichtbestien sind, aber in Wahrheit sind es einfach nur Menschen." "So, könnt ihr mir vielleicht verraten, wie viele von dem Clan der Schattenklaue denn schon gesehen wurden?" Die Zwei sehen sich an - Schweigen. "Also nehme ich an, wir waren so ziemlich die Ersten welche ein Mitglied gesichtet haben. Wäre es von ihnen beabsichtigt, damit verwirrung zu stiften, hätten sie sich bestimmt schonmal mit Absicht gezeigt und das Foto wäre durch die Medien gerast!" "Da hat sie nicht ganz unrecht", stimmt mir Thomes zu, den Blick auf Annabell gerichtet. "Na gut, sagen wir, es ist tatsächlich eine Lichtbestie. Warum dann gerade jetzt?" "Wie meinst du das?", mit dem Satz hat mich Annabell nun etwas aus der Bahn geworfen. "Das was heute passiert ist, warum gerade jetzt? Die Lichtbestie war ja vorher nie hier!" "Meinst du, warum sie gerade jetzt an diesem Ort zugeschlagen hat?" "Nein, warum sie überhaupt plötzlich wieder da ist." "Hat nicht einer von euch Beiden erst gemeint, der letzte Vorfall sei erst vor kurzem gewesen?" "Ja, tausende von Kilometer weit entfernt!" "Naja, wenn es eine Lichtbestie ist, hat Entfernung für sie genau so wenig Bedeutung wie die Zeit. Kann ja sein, dass sie einfach hier per Zufall war und ihr dabei ein reines Pokémon über den Weg gelaufen ist welches sie sich nicht entgehen lassen wollte?" "Alles ist Möglich, aber mir platzt bald der Schädel bei so vielen Informationen." "Das glaube ich dir gerne Aphina. Das ist ja alles noch neu für dich. Wir sind damals mit dieser Geschichte aufgewachsen." "Scheint mir sowas wie der Boogeyman zu sein." "Was ist denn bitte ein Boogeyman?" "Ach, so eine kleine Gruselgeschichte die man den Kindern erzählt damit sie ins Bett gehen." "Achso. Ja das kommt hin." "Also meine Lieben. Es wird langsam spät. Nach dem Tag bin ich echt platt.." "Ja du hast recht, wir sollten für heute Feierabend machen." "Ja das sehe ich auch so. Treffen wir uns morgenfrüh beim Pokémoncenter Thomes?" "Ich werde auf jeden Fall dort sein. Also schlaft gut ihr zwei und bis morgen." "Bis morgen!" Nach so einem langen Tag habe ich mir etwas Schlaf echt verdient. Aber die Geschichte mit den Lichtbestien geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Meine Grossmutter sagte immer gerne: "Hinter jeder Geschichte steckt ein Funken Wahrheit!"

Durch das Sonnenlicht, wache ich heute relativ früh auf. Ich liege auf dem Bett und lasse mir einiges durch den Kopf gehn. Annabell schläft noch, daher spring ich auf und zieh mich an. Kate treffe ich wie erhofft in der Küche. "Oh guten Morgen Aphina. Gut geschafen?", begrüsst sie mich gut gelaunt. "Geht so. Haben Sie von dem Zwischenfall gestern gehört?" "Meinst du den Schmetterlingsbaum?" "Ja genau der.." "Ja habe ich leider. Schrecklich was da passiert ist." "Das sehe ich auch so. Aus dem Grund werde ich jetzt losziehen." "Willst du Annabell nicht mitnehmen?" "Besser nicht. Ich möchte diesem Clan auf die Spur kommen und sie auslöschen. Wie Sie sich denken können, könnte dies sehr gefährlich werden. Ich möchte Annabell nicht irgendwelchen Gefahren aussetzen." "Kann ich irgendwie nachvollziehen.." "Bitte richten Sie ihr nur das Beste aus von mir. Wir treffen uns eines Tages bestimmt wieder. Und auch Ihnen herzlichen Dank für alles Kate. Sie waren meine Rettung!" "Oh gern geschehen. Na dann wünsche ich dir viel Erfolg mit deinem Vorhaben. Ich hoffe du schaffst es." Ich nicke kurz und mach mich dann auf den Weg ins Dorf um noch im Pokécenter vorbei zu schauen.

"Thomes!" Als ich das Center betrete, erblicke ich auch sofort Thomes der wieder auf dem Sofa sitzt und die Nachrichten betrachtet. "Guten Morgen. Wo ist Annabell?" "Schläft noch. Ich werde sie hier lassen und heute aufbrechen.." "Oh okay. Habt ihr euch gestritten?" "Nein. Es geht mir nur darum, dass ich nicht länger tatenlos zuschauen möchte, wie solche Dinge wie gestern, überall passieren. Ich möchte versuchen den Clan aufzuhalten. Das könnte sehr gefährlich werden, dem möchte ich Annabell nicht aussetzen." "Kann ich verstehen. Na dann hole ich mal meinen Rucksack." "Wie meinst du das?" Leicht irritiert blicke ich ihn an. "Na ich werde auf jeden Fall mitkommen. Und ausreden kannst du es mir nicht. Geh und seh du mal nach Sichlor. Ich hole derweilen mein Gepäck. Wir treffen uns wieder hier!" Und damit verschwindet er im Lift. Am Empfang entdecke ich die Schwester vom Vortag und spreche sie auch gleich an: "Guten Morgen Schwester. Dürfte ich zu Sichlor?" "Aber natürlich." Sie geht mit mir wieder durch die Tür und öffnet mir den Raum mit der Nummer 13. Ich gehe hinein und höre, wie die Tür hinter mir wieder ins Schloss fällt. Sichlor liegt auf dem Bett und sieht mich an. "Guten Morgen Sichlor. Ich sehe, dir geht es schon sehr viel besser, das freut mich sehr. Ich wollte mich noch kurz verabschieden bevor ich nun weiterziehe. Die Leute die dir das angetan haben, verdienen eine Abrechnung. Ich werde dem nun nachgehen. Bitte pass immer gut auf dich auf ja?" "Sichloor!", ruft es und tritt mit seinen Beinen die Decke weg. Es durchtrennt mit seinen Sicheln sämtliche Schläuche und verlässt das Bett. "Nein was tust du denn da?" In dem Moment geht die Tür hinter mir aprupt auf und die Schwester stürmt herein. "Sichlor was soll denn das?", versucht die Schwester ihn zu beruhigen. "Sichlor sich!" Ich versteh kein Wort... Die Schwester lässt von ihm ab. "Was ist denn los?", möchte ich wissen. "Naja wie es scheint, möchte Sichlor dich begleiten." "Was? Mich?" Ich Blicke den grünen Riesen direkt an. "Wirklich Sichlor? Möchtest du mir helfen?" Es nickt und stellt sich in eine Kampfposition. "Na gut, ich denke solch eine kräftige Unterstützung können wir gut gebrauchen! Hier.." Ich krame einen meiner Bälle aus der Tasche und halte ihn ihm hin. Mit der Sicherspitze stupft er gegen den Knopf und verschwindet darauf direkt darin. Der Ball wackelt kurz und blinkt, bis er in meiner Hand still liegt. Ich befestige den Ball an meinem Gürtel und verabschiede mich von der Schwester: "Vielen Dank Schwester. Ohne Sie, würde Sichlor vermutlich nicht mehr leben. Aber ich muss jetzt los." Sie lächelt und nickt mir zu. Ich verlasse den Raum und begebe mich zurück zum Eingang des Centers.

"Hast du alles?", fragt mich Thomes lächelnd. "Ja" Mit einem Zwinkern halte ich ihm den Pokéball von Sichlor hin. "Oh es will dich begleiten?" "Jap. Und ich finde es wäre bestimmt eine grosse Bereicherung und sehr grosse Hilfe." Thomes nickt und wir machen uns endlich auf den Weg. Raus aus diesem Dorf und mal sehen was uns die Reise bringen wird. "Wo willst du anfangen?" Lachend kratz ich mich am Kopf: "Ich habe keine Ahnung um ehrlich zu sein. Ich dachte wir wandern erstmal umher und schauen was wir so finden. Vielleicht treffen wir die eine oder andere Person, die uns weiterhelfen kann." "Na gut." Er zuckt mit den Schultern. Wir machen uns auf den Weg und während dessen habe ich meine Augen auf den Pokédex gerichtet und informier mich nebenbei etwas über mein neustes Teammitglied. Kurz darauf hören wir einen Kampf und nähern uns diesem. Von weitem erkenne ich schon die Trainer und die Pokémon. Den Jungen kenne ich, ich nehme an es ist Chester, die Frau dort ist mir unbekannt. Und ihr Pokémon sieht auch neu für mich aus. Da ich den Pokédex sowieso schon in der Hand halte, richte ich ihn gegen das unbekannte Pokémon.


Pokédex

Wuffels.
Mit dem Alter werden sie immer angriffslustiger und wilder. Trainer, die damit nicht umgehen können, setzen sie deshalb oft aus.


Oh wie fies. Wir nähern uns dem Kampf und sehen gerade noch, wie Wuffels auf Yorkleff springt und sich mit den Zähnen festbeisst. Dadurch geht Yorkleff dann zu boden. "Ich wusste doch du kannst nichts. Ich habe Wuffels noch nicht sehr lange und gewinne trotzdem gegen dich!" "Als Gesteinspokémon ist es auch eher im Vorteil!", verteidigt sich Chester. Das Mädchen dreht sich um und sieht mich an. "Du! Jetzt möchte ich gegen dich kämpfen!"

Vergangenheit und Zukunft
"Wie bitte? Ich?" "Ja! Du siehst aus, als hättest du was auf dem Kasten!" "Tut mir leid, aber ich lehne ab. Sichlor ist noch nicht ganz gesund und ich bezweifle dass Webarak und ich eine Chance haben.." Thomes sieht mich schief an: "Du hast aber nicht sonderlich viel selbstvertrauen oder?" "Naja weisst du..." "Boah was ist denn jetzt? Ich will kämpfen!" "Wenn du kämpfen willst, wirst du gegen mich antreten!", ruft Thomes. "Na gut, soll mir recht sein! Wuffels, wir haben ein nues Opfer!" Kampfeslustig nimmt Wuffels Thomes ins Visier. Thomes wirft seinen Pokéball und Schneckmag lässt sich blicken.


Thomes


Vs.

Neyri


"Los Wuffels, Biss!" Der Hund stürmt auf Schneckmag zu, kommt jedoch nicht weit. "Setz Smog ein!" Die Feuerschnecke öffnet sein Maul und eine giftig wirkende Wolke hüllt das Kampffeld ein. "Glut!", ruft Thomes. Schneckmag schiesst kleine Feuerkugeln in die Wolke. Nichts passiert. Plötzlich schiesst der Hund von der Seite aus der Wolke hinaus und beisst die Schnecke ins Auge. "Haha, damit hast du wohl nicht gerechnet oder?" Thomes ballt seine Hand zur Faust. Die Anspannung zerreisst die Luft als er ruft: "Gähner!" Schneckmag zieht kräftig die Luft ein und Gähnt ausgiebig. Wuffels lässt von dem Auge ab und schüttelt den Kopf. "Jetzt Sandwirbel Wuffels!" Ein Regen aus Erde und Staub fliegt der Schnecke entgegen und es bleibt ihm nix anderes übrig, als die Augen zu schliessen. "Nochmal Biss!" Und wieder hängt der Hund am Auge von Schneckmag. Die Giftwolke hat sich mittlerweile verzogen, als Thomes ruft: "Setz Glut ein!" Die kleinen Feuerkugeln treffen alle frontal und Wuffels lässt es los. Es taumelt etwas, kippt um und.. Seltsamer Zeitpunkt für ein Nickerchen. Es schläft ein. "So, jetzt beenden wir das!", ruft Thomes. "Schneckmag, setz weiterhin Glut ein!" "Oh nein! Wuffels, wach auf! Los wach auf du faules Pokémon!" Wuffels steht nun unter Dauerbeschuss als eine der Kugeln richtig trifft und damit eine kleine Explosion auslöst. Wuffels wird zu seinem Trainer zurück geschleudert und geht ko.
Thomes gewinnt!


"So ein Mist! Wuffels komm zurück!" Neyri hält den Ball hoch und das Pokémon verschwindet in seinem Ball. "Warte nur mein Lieber, wir werden uns wieder sehen und dann mach ich dich fertig!" Neyri dreht sich um und verschwindet hinter dem Hügel. "Das war klasse Thomes. Du scheinst viel Erfahrung im Kampf zu haben." "Nö, eigentlich nicht. Ich bin auch noch nicht so lange ein Trainer, Schneckmag ist mein erstes Pokémon." "Oh wirklich? Du bist aber doch älter als ich, wie kam es dazu?" "Ich musste viel zuhause helfen, da konnte ich nicht einfach fort gehen." Ein kleines Vögelchen landet vor uns auf dem Boden und zwitschert uns an. "Nanu? Hallo Dartiri!", spricht Thomes. Das Vögelchen starrt Thomes an, legt seinen Kopf kurz auf die Seite, öffnet seine Schwingen und flattert los, gerade wegs auf Thomes zu. Es schnappt sich seine Mütze und fliegt weg. "Hey Moment mal! Das ist meine Mütze!" Wir rennen sofort los, hinter Dartiri her. Es landet in einem Baum und Thomes versucht hinaus zu klettern, rutscht jedoch schnell ab. "Boah! Da komme ich doch niemals hoch!" "Vielleicht kann Webarak helfen." Ich zupfe den Ball von meiner Spinne vom Gürtel und lass es raus. "Webarak, das Pokémon dort hat die Mütze von Thomes geklaut, hilf uns bitte mit deinem Fadenschuss." Webarak schaut in den Baum hinauf und lässt auch nicht lange auf sich warten. Sofort schiesst es den Fadenschuss hinauf. Dartiri weicht jedoch geschickt aus, als würde es ihm kaum Mühe kosten. Webarak springt mir wütend aus dem Arm und steuert genau auf den Baum zu. "Oh nein mein Lieber! Da oben wirst du Vogelfutter!" Ich schnepp mir schnell seinen Ball und hole ihn zurück. Vögel fressen Insekten, ich schätze, dass dieser Umstand auch in der Welt der Pokémon so sein wird. "Und was nun?" Wir sehen uns Ratlos an, während Dartiri mit der Mütze von Ast zu Ast springt und damit den Schein weckt, als würde es und zum Narren halten. "Wie wärs mit deinem Schneckmag?" "Schneckmag würde nur ausversehen den Baum in Brand setzen. Schick doch Sichlor?" "Es ist aber ein Käfer!" "Das änder nichts an dem Umstand, dass es 5x grösser ist." "Da hast du auch wieder recht.. Los komm raus Sichlor!" Sichlor erscheint auf der Bildfläche und sieht zu Dartiri hoch. "Los Sichlor, hol uns bitte die Mütze zurück!" Es breitet seine Flügel aus und schwirrt zu dem Vogel hoch. Leicht schockiert flüchtet es weiter hinauf, doch Sichlor ist ihm dicht auf den Fersen. Oben angekommen, holt Sichlor es dann endlich ein. Es benötigt nur einen Sichelhieb und der kleine Vogen bekommt so heftig eins auf denKopf, dass es den gesamten Baum wieder pfeilgerade nach unten schiesst und unsaft auf dem Boden aufklatscht. "Ui. Nicht so grob Sichlor! Wo ist denn die Mütze..?" Dartiri hat die Mütze nicht bei sich. Als Sichlor wieder vom Baum herunter kommt, hat er sie auf dem Kopf und lächelt frech. "Oh, steht dir gut!", meint Thomes lachend. "Das arme Dartiri", meine ich nach einem kurzen Blick auf das kleine Piepmatsch. Thomes greift in seine Tasche und spricht: "Na, da kann ich nachhelfen!" Er wirft einen leeren Pokéball auf den Vogel. "Wow, das ging ja flott!", bemerke ich. "Der war ja nach der Kopfnuss von Sichlor schon ziemlich hinüber." "Ich glaube bis zum nächsten Dorf sollten wir nicht mehr lange brauchen, oder?" "Nein, sollte nurnoch ne Stunde sein oder sowas." Wir gehen weiter und ich bin mal wieder total in Gedanken versunken. Das Dorf scheint in mitten von einem kleinen Wald zu liegen. Zumindest an einem Waldrand. Als wir näher kommen, höre ich eine Stimme: "Halt still und es tut nicht ganz so fest weh!" "Hey, Thomes, das scheint jemand in Schwierigkeiten zu sein!" "Was? Wie kommst du dadrauf?" Ich höre es jedoch schon gar nicht mehr was er zu mir sagt, da ich bereits losgeeilt bin. Zwischen den Bäumen entdecke ich die Beiden: "Hey ihr Zwei! Lasst das Pokémon in Ruhe!" Alpollo und die Lichtbestie! "Du schon wieder? Geh weg und stör uns nicht, dass hier ist wichtig." "Wichtig? Wofür ist es wichtig?" "Aphina, los hol Sichlor hervor!" "Du hast recht Thomes!" Ich schnappe nach meinem Pokéball und werf ihn. Sichlor erscheint und sieht nicht gerade begeistert aus. "Los Sichlor! Vakuumwelle!" "Halt! Lass uns in Ruhe! Sonst wirst du dir das niemals verzeihen!" "Ich kann mir so einiges verzeihen, glaube mir!" "Aphina..", Thomes sieht mich leicht verwirrt an, "Mit wem redest du da?" "Na mit diesem Kerl da.. und mit Alpollo." "Ähm.. Pokémon können nicht reden.. und die Lichtbestie hat noch kein Wort gesagt.." Was? Will er mich veralbern? Oder ist dies nur ein Trick? "Er kann uns nicht hören meine Liebe!" Ich steh wie angewurzelt da. Verwirrung macht sich breit. "Wieso kann ich es dann?" Die Lichtbestie starrt mich nun direkt an: "Weil ich deine Vergangenheit bin und du meine Zukunft.." "Ruckzuckhieb!", schrei ich und Sichlor stürmt sofort nach vorne. Scheinbar hat es nur darauf gewartet, endlich seinen Rachedurst stillen zu können. Gerade als Sichlor bei ihnen ankommt und sie treffen sollte.. sind die Beiden plötzlich weg. Sichlor bremst gerade noch in der letzten Sekunde ab, bevor es gegen den Baum geknallt wäre. Damit hätte es das unschuldige Pokémon getroffen, welche die Zwei im Visier hatten. Warum kann ich mit ihnen sprechen..? Warum höre ich ihre Stimmen? "Aphina.. Hast du mit ihnen gesprochen...?" Ich nicke knapp und mache mich auf den Weg zu dem Pokémon neben Sichlor. "Hallo du. Alles in Ordnung mit dir?" Es nickt eifrig, springt mich an und klammert sich fest. Ich streichel die kleine, braune Raupe sanft. "Aphina, was haben sie gesagt?" "Dass... sie sagten.. dass sie meine Vergangenheit wären und ich ihre Zukunft.." Thomes blickt mich erstaunt an. "Weisst du denn, was sie damit meinten?" Zur Abwechslung schüttle ich mal den Kopf. Man kann ja nicht bei allem zustimmen. Mit der Raupe auf meiner Schulter stehe ich wieder auf und dreh mich zu Thomes um. "Wir sollten dieses Pokémon erstmal in ein Center bringen, um zu schauen, ob alles mit ihm in Ordnung ist." "Hornliu.." "Gesundheit!" "Nein, das Pokémon heisst Hornliu." "Achso. Wie auch immer, komm lass uns eines suchen." Wir laufen los und mir schwirrt die ganze Zeit die Szene von gerade eben durch den Kopf.. Sichlor ist einfach so durch die Lichtbestie hindurchgeflogen.. Wie konnte das.. momnent mal! "Thomes, welchen Typ hat die Attacke Ruckzuckhieb?" "Normal, warum?" Hatte mir Annabell nicht erklärt, dass Attacken von Typ Normal, auf Geister keine Wirkung hätte? Ist also nicht nur Alpollo, sondern auch die Lichtbestie ein Geist? Meinten sie dass vielleicht mit meiner Vergangenheit? Bin ich damals, nach diesem Unfall etwa.. gestorben..? Vielleicht hatte ja James damals wirklich recht. Eine Seele stirbt nicht sondern geht auf Wanderschaft.. Könnte eine Seele eine Lichtbestie sein...?

Teamwachstum
Aber eigentlich ist es nicht Möglich wenn so darüber nachdenke.. schliesslich bin ich immernoch Aphina. Ein Körper zerfällt nach dem Tod. Eine Seele, ja, die könnte es überleben, aber die Erinnerungen bleiben ja nicht an die Vergangenheit.. Das ganze zerbricht mir den Kopf und ich bekomme mal wieder leichte Kopfschmerzen. "Aphina? Wir sind da", holt mich Thomes aus meinen Gedanken. Ich hebe den Blick und tatsächlich: Wir stehen vor dem Pokécenter. Wir gehen hinein und ich wende mich auch direkt an die Person hinter dem Empfang: "Hallo, würden sie mir den Gefallen tun und schauen ob es.." "Hornliu!" "Ja.. meine ich doch. Würden sie schauen ob mit Hornliu alles in Ordnung ist?" "Aber natürlich doch." Ich übergebe ihr die kleine Raupe und schau ihnen nach als sie zusammen durch die Türe verschwinden. "Du hast alsomit ihnen gesproche?", wiederholt sich Thomes. "Ja... na und?", mir ist selbst klar dass dies nicht so einfach zu erklären ist und schon gar nicht, wie es überhaupt möglich sein kann. "Ich würde mal behaupten.. dass wir damit wenigstens eine Chance haben", meint er lächelnd. Das haut mich jetzt um.. "Wie meinst du das?" "Naja, mit du mit ihnen reden kannst, können wir wenigstens herausfinden, was sie genau antreibt und damit werden wir vermutlich dann eine Chance haben gegen sie." Da hat er nicht ganz unrecht. Wenn ich es schaffe, mit ihnen länger reden zu können als nur ein paar Sekunden, wäre dies ein enormer Fortschritt. Die Tür öffnet sich und die Schwester kommt mit Hornliu wieder zurück. "So ich habe mir dein Hornliu mal genauer angesehen und es ist top fit." "Oh das ist toll! Freut mich zu hören. Na dann wird es Zeit dass wir es wieder nachhause bringen." Ich strecke meine Arme aus um Hornliu wieder zu mir zu nehmen und setze es sogleich wieder auf meine Schulter.
"AHHHHH! NEIIIIN!" Der Schrei kam von draussen! Thomes und ich blicken uns an und stürmen sofort hinaus. Draussen angekommen bleiben wir jedoch wie Versteinert stehen, als wir entdecken warum so geschrien wurde: Der Brunnen auf dem Markplatz führt kein Wasser mehr sondern ist in ein Blutiges Rot getaucht. Auf der Brunnenspitze prangt eine riesige Blume und eine Etage darunter ragen gewaltige Blätter hinaus. Das sieht irgendwie hübsch aus. Als würde dieses Blutwasser aus der Blume entspringen.. "Dies sind die Blätter und die Blüte von Bisaflor!", flüstert mir Thomes aufgeregt entgegen. Ohje.. noch ein unschuldiges Pokémon welches sein Leben lassen musste.. Das heisst, die Lichtbestie hat nun noch mehr Energie.. Ich bezweifle, dass dies gut für uns ist. "Wir sollten uns unbedingt etwas überlegen, damit wir diese Bestie endlich aufhalten können Thomes!" "Da stimme ich dir zu, aber zunächst sollten wir Hornliu nachhause bringen." "Ja richtig, ich möchte nicht dass dem Kleinen etwas passiert." Ich hebe Hornliu von meiner Schulter hoch und schau es direkt an. "Na mein Kleiner, freust du dich auf dein Zuhause?" Es schüttelt energisch den Kopf und strampelt mit all seinen Füsschen. Leicht verdutzt schau ich es an. Das hätte ich nun nicht erwartet. "Es scheint so, als wolle es bei dir bleiben." Nun nickt es und lächelt sogar dazu. Es schiesst mit seinem Fadenschuss direkt in meine Manteltasche und holt etwas heraus. Ein Pokéball! Hornliu hat sich frech einen meiner leeren Pokéballe angeeignet und zu sich gezogen. Der Ball flog so schnell, dass er gleich gegen Hornlius Kopf geprallt ist und damit aktiviert wurde. Hornliu wurde sogleich von dem Ball eingesaugt und nun verweilt es darin. Okay.. das ging mir jetzt zu schnell.. was ging hier gerade ab? Ich steh da wie bestellt und nicht abgeholt. "Aphina schau nicht so verdutzt. Viele Pokémon suchen sich den Trainer selbst aus. Und bei dem was du tust, würde ich mal behaupten, solltest du dich darüber freuen. Jedes Pokémon in deinem Team, ist darauf auf, dich bei deinem Vorhaben, kräftig zu unterstützen. Und jedes Pokémon aus deinem Team können wir mehr als gut gebrauchen." Ja das stimmt. Aber ich frage mich gerade mehr, ob ich dabei nicht die schwächste Unterstützung bin.. ich bin neu in dieser Welt und habe von nichts eine grosse Ahnung, geschweige denn Erfahrung..

Nach dem kurzen Besuch im Center, verlassen wir auch sogleich wieder das kleine Dorf. Wir wollen zum Einen nicht zu viel Aufmerksamkeit erregen und zum Anderen wollen wir immer in Bewegung bleiben. Das jüngste Ereignis hat uns gezeigt, dass solch ein Vorfall blitzschnell gehen kann. Gerade als wir über ein Feld gehen und uns darüber unterhalten, wie wir beim nächsten Aufeinandertreffen vorgehen sollten, hören wir den verzweifelten Schrei von einem Pokémon. Nicht schonwieder, hoffentlich kommen wir nicht zu spät! Natürlich stürmmen wir sofort los, doch was wir finden ist nicht das was wir erwartet hatten: Ein Kerl mit dunkler Kleidung hat mit seinem Pokémon ein kleines Nidoran in die Ecke getrieben. Ha! Ich kenne mal ein Pokémon! Sein Pokémon hält das kleine Nidoran in der Ecke. Das Ding sieht irgendwie aus wie eine schwebende Qualle.. "Los Iscalar, mach es fertig! Tackle!", ruft der Kerl in Schwarz. Während dem Spurt werfe ich meinen Pokéball nach oben und schrei: "Fadenschuss!" Hornliu erscheint aus dem Ball direkt auf meiner Schulter und wartet keine Sekunde lang: Es schiesst seine Fäden und da wir nicht mehr weit von ihnen entfernt sind, trifft es damit haargenau und wickelt die Qualle in ein Kokon ein in welchem es sich nicht mehr bewegen kann. DerKerl dreht sich erschrocken um und blickt mich genervt an. "Was soll das? Kommt mir nicht in die Quere!" Er wirft noch einen Pokéball und eine kleine Kugel im Nebel erscheint. "Nochmal Fadenschuss Hornliu!" Es schiesst, doch das Nebekugel weicht geschickt aus. "Hypnose Nebulak!", ruft er und die Kugel blickt darauf mein Hornliu und mich konzentriert an. Seine gewaltigen Augen fangen an zu leuchten. Das heisst nichts Gutes! "Hornliu schliess die Augen!" "Schlecker!", vernehme ich aus der Entfernung. Schlecker.. kenne ich nicht.. klingt aber ganz danach als ob das Pokémon gleich... "Fadenschuss!" Ich öffne meine Augen und Hornliu ebenfalls, genau im richtigen Moment. Die Kugel schwebt genau vor uns. Hornliu schiesst und aus dieser Entfernung trifft es auch sofort. Nun steckt auch die Kugel in einem Kokon. "Giftstachel auf Beide!", rufe ich zum Abschluss und Hornliu tut es. Beide Kokons werden mit Giftstacheln beschossen und gehen damit ko. "Was?! Wie konnte das passieren? Ich habe gegen ein Mädchen und ihr Hornliu verloren?!" Er zückt seine Bälle und ruft beide Pokémon zurück. Gerade als er flüchten will macht sich Hornliu selbstständig und schiesst erneut mit Fadenschuss. Es trifft seine Beine und er fällt hin. "Verdammt was wollt ihr von mir?" "Wissen was du da gerade vor hattest!", brüllt ihn Thomes an. "Ich wollte mir das Nidoran fangen! Ich habe es als Auftrag von meinem Chef bekommen", winselt der Kerl. "Wie ist dein Name und wie heisst dein Chef?", quetscht ich ihn aus. "Ich hasse Velvet.. Velvet Zyr. Und mein Chef heisst Giovanni! Also nehm euch in acht!" Wieso? Sollte ich angst haben vor dem Namen oder was? Ich blick Thomes fragend an, dieser klärt mich auf: "Giovanni ist der Boss von Team Rocket. Dieses Team klaut anderen Trainern die Pokémon." "Ja okay, verstanden. Sie klauen. Und warum fängt er dann ein Nidoran?" Thomes blickt mich fragend an. "Ja das würde ich auch gerne wissen." "Naja..", er läuft sofort rot an als er versucht die Situation zu erklären: "Ach scheiss drauf! Weil ich es eigentlich nicht will! Ich sollte ein Nidoran klauen, aber ich möchte das eigentlich keinem antun.. daher dachte ich: Wenn ich einfach eines fange und behaupte, ich hätte es gestohlen, würde das bestimmt keinem auffallen.. Zufrieden?!" Er wirkt leicht gereizt.. naja, verständlich irgendwie. Oder nicht? Gerade als ich mir das Lachn verkneifen muss, fängt Hornliu plötzlich an zu leuchten. "OH Hilfe! Was ist mit Hornliu los?" Schnell greif ich nach ihm und setze es auf den Boden. "Sieh mal einer an. Du wirst jetzt Zeuge davon, wie sich dein Hornliu weiterentwickelt!" Wow..., schiesst mir noch durch den Kopf, denn ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es leuchtet so stark, dass ich das grelle Licht mit meiner Hand etwas abschmirmen muss. Es verändert seine Form und als das Leuchten verschwindet.. steht ein goldbraunes Kokon vor mir. Na toll.. Ich dachte da würde jetzt was gefährlicheres dabei rauskommen. Soll ich den Kokon etwas nach anderen Pokémon werfen oder was? "Oh okay.." Es gelingt mir leider nicht, meine Enttäuschung durch meine Worte zu verschleiern. Thomes grinst mich nur breit an mit einem Augenzwinkern und meint: "Warte nur ab." Abwarten.. ja toll, das kann ich besonders gut.. nicht! Ich schnapp mir meinen Pokédex und richte ihn auf das Riesenkokon:


Pokédex

Kokuna
Kokuna bewegt sich kaum, wenn es an einem Baum haftet. In seinem Inneren jedoch regt sich einiges, da es sich auf seine bevorstehende Entwicklung vorbereitet. Dabei wird seine Schale sehr heiß.


"Ah. Noch eine Entwicklung. Wie lange dauert die?" "Frag mich was einfacheres. Das ist ganz verschieden. Kann ein paar Stunden oder Tage dauern." "Naja ich werde es dann einfach herumtragen und abwarten." Als ich mich zu Kokuna herunter beuge um es aufzuheben, brech ich mir dabei fast die Wirbelsäule. "Boah! Kokuna du hast zugenommen! Tut mir leid, aber zum herumtragen bist du jetzt zu schwer. Du darfst dich in deinem Pokéball in ruhe vorbereiten. Aber melde dich wenn es soweit ist ja?" Ich zücke den Ball und es verschwindet brav im Ball. Thomes lacht nur: "Während der Entwicklung nimmt ein Hornliu bis zu 7 Kilo zu. Oder sogar mehr." Ich bemerke noch aus dem Augenwinkel, dass Velvet versuch sich aus dem Staub zu machen. "Tackle!", rufe ich dem Nidoran zu, welches immernoch in der Ecke sass und uns beobachtet hat. Es gehorcht mir seltsamer Weise. Der Kerl zieht gerade den Kopf rechtzeitig ein und Nidoran verfehlt ihn. "Wo wollen wir denn hin?", fragt Thomes ihn. Er sieht uns etwas verzweifelt an. "Nidoran,", beginne ich, "schneid ihn mit deinem Horn von den Fäden frei. Und dann rate ich ihm, sich so schnell wie möglich aus dem Staub zu machen. Wenn wir dich noch einmal erwischen, blüht dir etwas!" "Ja hab verstanden, kommt nicht wieder vor, das verspreche ich euch!" Nidoran zerreisst die Fäden und er springt sofort auf und rennt los. "Wieso hast du das getan?" "Naja im Grunde wollte er ja lediglich ein wildes Pokémon fangen." Thomes zuckt mit den Schultern und blickt Nidoran an. "He Moment mal.. Ist das nicht.." Ich folge seinem Blick und starr ebenfalls Nidoran an. Es blickt leicht verlegen zurück. "Du hast recht! Dies ist das Nidoran von neulich. Na kleines, hast du dich wieder in Schwierigkeiten begeben? Verfolgst du uns etwas dass du dauernd auftauchst?" Es schüttelt hektisch den Kopf und starrt darauf Löcher in den Boden. Ich greif in meine Tasche, hole einen Pokéball heraus und lege ihn Nidoran vor die Nase. "Willst du uns nicht etwas bequemer verfolgen? Du wärst eine echte Bereicherung für unser Team. Du solltest aber wissen, dass wir uns auf die Suche nach der Lichtbestie gemacht haben, da wir ihn aufhalten wollen." Es blickt mich an. Dann den Pokéball, dann wieder mich.. Es scheint darüber nach zu denken was es tun soll. Kurz darauf tippt es gegen den Ball und verschwindet darin. "Na endlich!", plumst es aus Thomes raus. Ich blicke ihn verwirrt an. "Dass ihr zwei zusammen gehört war mir von Anfang an klar. Jetzt seid ihr auch endlich zusammen. Das wurde aber auch mal Zeit!", antwortet er mit einem Zwinkern. Ich laufe rot an und fange an zu lachen. "Na komm du Hellseher, du bist 4 zu 2 im Rückstand. Wird Zeit dass du aufholst!", ich strecke ihm dabei die Zunge raus und laufe los. Er rennt mir hinterher und ich bin gespannt, was als Nächstes auf uns wartet.

Der Besuch der Bestie
Wir sind schon eine ganze Weile unterwegs. Mittlerweile hat es uns in einen Wald verschlagen. Wir suchen nicht nur das nächste Dorf oder weitere Pokémon für unser Team. Nein, wir sind ausserdem auf der Suche nach der Lichtbestie und seinem Alpollo. Es müssen mittlerweile bereits ein paar Stunden vergangen sein, denn ich kann den Mond zwischen den Baumkronen funkeln sehen. "Ich glaube wir sollten hier die Nacht verbringen. Es wird immer dunkler und bald können wir gar nix mehr sehen." "Passt mir ganz gut, so langsam werde ich echt hunde müde.." Ich strecke mich ausgiebig und wir schlagen unser Lager auf. "Kokuna komm raus!" Kokuna erscheint vor mir auf dem Boden und starrt mich an. "Was willst du denn jetzt mit Kokuna?" "Zum Einen, soll es auch mal wieder frische Luft atmen dürfen. Zum Anderen dachte ich, wäre sein Härtner fabelhaft falls uns in der Nacht etwas zu nahe kommt." "Macht sogar etwas Sinn. Also ich leg mich dann mal hin. Gute Nacht Aphina." "Schlaf gut Thomes." Ich kriech in meinen Schlafsack den ich mir im letzten Dorf noch gekauft hatte.. naja gut, Thomes hat ihn für mich gekauft. Ich habe ja nach wie vor kein Geld.. darum müsste ich mich auch mal kümmern. "Siehst du Kokuna, jetzt seh ich dir sogar etwas ähnlich." Wir grinsen uns an und ich schliess die Augen um möglichst schnell einschlafen zu können. Doch irgendwie lässt der Schlaf sehr lange auf sich warten. Ich wälze mich gefühlt 2 Stunden hin und her.. Doch dann.. Bin ich plötzlich weg..


Aphina.. wach auf Aphina.. Ich vernehme ein Flüstern und werde damit aus dem Schlaf gerissen. Es ist immer noch mitten in der Nacht als ich den Kopf hebe und mich umsehe. Aphina.. hörst du mich..? "Was..? Ja, ich höre dich.. wer bist du..?" Ah dann stimmt es also.. Du bist wahrlich meine Zukunft. "Was? Wer bist du? Die Lichtbestie? Zeige dich du Feigling!" Hmm ja. Ich glaube diesen Name tragen wir. "Wir? Es gibt noch mehr von deiner Sorte?" Du hast ja keine Ahnung meine Liebe.. "Was willst du von mir?" Dich vor dem Unglück bewahren.. Bitte höre auf, meine Pläne zu durchkreuzen. "Du bringst unschuldige Pokémon um! Ich werde das nicht weiter zulassen und gegen dich ankämpfen!" Ich verstehe, so hast du also dein Licht gefunden.. "Was für ein Licht? Wovon sprichst du..?" Ich bin deine Vergangenheit Aphina. "Würdest du bitte aufhören in Rätsel zu sprechen und endlich mal Klartext reden?" Du weisst nicht wie gern ich dasn tun würde. Aber es ist verboten, da es alles ändern könnte.. Du warst schon immer eine sehr starke Person Aphina. Ich zweifle nicht, dass es dir gelingen wird, mich aufzuhalten, wenn du es denn wirklich möchtest. "Natürlich will ich es! Wieso sollte ich es nicht wollen?" Wenn du aufhörst mich zu verfolgen, darfst du meine blutige Kleidung verbrennen... "Was..? Wieso sollte ich..? Ich kapier das nicht. Was meinst du damit? Hallo?!" Stille.. Die Lichtbestie ist verschwunden und lässt mich mit tausend Fragen zurück. Das nächste Mal wirst du mir nicht so einfach entwischen.. warte nur ab.. Aber wieso sollte ich seine blutige Kleidung verbrennen? Der hat doch irgendwie einen Totalschaden.. Kurz darauf schlafe ich wieder ein.


Ein Sonnenstrahl weckt mich am nächsten Morgen auf. Ich blicke hinüber und sehe Thomes, wie er wach auf dem Rücken liegt und in die Bäume starrt. "Was ist? Hast du da etwas gesehen?" "Oh, bist du auch schon wach? Guten Morgen. Nee ich sehe da nichts, ich träume nur etwas vor mich hin." "Sah mal Thomes.. Hast du die Stimme letzte Nacht auch gehört?" "Nee gar nix. Ich hab geschlafen wie ein Stein." Seltsam.. So leise waren wir doch gar nicht.. Vielleicht.. habe ich alles einfach nur geträumt? "Hey Moment mal.. Wo ist Kokuna?!" Ich blicke mich panisch um, doch ich finde keine Spur von Kokuna. "Oh, jetzt wo du es sagst. Ist mir bisher nicht aufgefallen. Weglaufen kann es ja schlecht.." "Kokuna!!", rufe ich in den Wald hinein. Wieder diese ätzende Stille. Bis auf.. Da kommt was.. ich höre es summen.. Ich blicke angestrengt durch die Bäume als vor mir plötzlich eine grosse Biene auftaucht. Ich kenne das Pokémon. Das ist ein Bibor! "Oh gott ein Bibor! Hilfe!" Völlig panisch fällt mir im ersten Moment nur eines ein: Schnell in den Schlafsack verkriechen! Dass ich im Grunde noch andere Pokémon bei mir hätte, welche ich einsetzen könnnte, kommt mir in dem Moment gar nicht in den Sinn. Durch den Schlafsack höre ich das Summen immernoch, bis es genau vor mir verstummt. Es ist wohl vor mir gelandet.. oh gott.. es wird mich vergiften! In dem Moment in welchem das Summen verstummt, höre ich, wie Thomes sich fast zu tode lacht. "Was gibt es da zu lachen! Hilf mir lieber!" "Aphina du bist echt der Kracher! Komm mal aus deinem doofen Schlafsack raus und sieh dir das Bibor mal genauer an!" Ganz vorsichtig öffne ich das obere Ende des Schlafsacks um einen Blick hinaus werfen zu können. Ich hatte recht: Bibor war vor mir auf dem Boden gelandet. Doch.. es scheint nicht gefährlich zu sein.. Langsam öffne ich den Schlafsack immer mehr und blicke Bibor an. Es blickt mich ebenfalls an und lächelt plötzlich. Ich stand wohl noch nie so sehr auf dem Schlauch in meinem Leben, wie in diesem Moment. Plötzlich macht Bibor einen sprung auf mich zu und mir wäre dabei fast das Herz stehen geblieben. Doch anstatt dass es mich angreift, wie ich es erwartet hatte.. umarmt es mich.. Okay, damit ist es offziell.. ich spinne! Thomes fängt wieder an zu lachen und ja, ich stehe nach wir vor auf dem Schlauch. "Boah Aphina, hast du es noch immer nicht begriffen? Das Bibor ist dein Kokuna! Es ist nicht verschwunden, es hat sich wohl in der Nacht weiterentwickelt und hat wohl einfach einen kurzen Ausflug gemacht." "Kokuna..? Ist das dein Ernst?" Bibor sieht mich zufrieden an und nickt. "Oh das ist ja wundervoll!" Jetzt mach ich einen kleinen Satz nach vorne, packe Bibor und knuddel es kräftig. Das Pokémon ist echt ein Traum. Dass die sich so schnell weiterentwickeln wusste ich gar nicht. "Toll dass du dich bereits weiterentwickelt hast! Ich muss nachsehen ob die Anderen das nicht auch getan haben!" "Stop Aphina! Das ist sinnlos." "Wieso denn?" Ich seh ihn verdutzt und leicht enttäuscht an. "Ganz einfach, Pokémon entwickeln sich nur weiter, wenn sie genug Erfahrung gesammelt haben und stärker geworden sind. Dies dauert für gewöhnlich eine ganze Weile. Hornliu hat sich so schnell entwickelt, weil es bei RaupenPokémon so üblich ist. Dies sichert ihr Überleben. Kokuna kann nicht kämpfen, daher kann es auch kaum Erfahrung sammeln. Kokuna ist nur einer Übergangsentwicklung. Das hast du ja gestern im Pokédex mitbekommen." "Achja stimmt! Im Innern bereitet es sich bereits auf die Entwicklung vor. Schade. Würde mich echt interessieren, zu was sich meine anderen Partner entwickeln können."

Kurz darauf haben wir unser Nachtlager wieder aufgeräumt und wollen uns nun weiter auf den Weg machen. Bibor habe ich erstmal wieder in seinem Ball verstaut, damit es sich nicht einfach so nochmal entwickelt. Ich hole Nidoran mal aus seinem Ball, damit es auch etwas an die frische Luft kann. Und wer weiss, vielleicht entwickelt es sich ja auch bald weiter? Gerade als wir weitergehen wollen, bleibt Nidoran stehen und dreht seine Ohren hin und her - erinnert mich an einen Hasen. "Was ist los Nidoran?" Thomes bleibt ebenfalls stehen und blickt es verwundert an. "Es scheint irgendwas zu hören." In dem Moment rattert weiter vorne ein Truck an uns vorbei und Nidoran rennt plötzlich los - direkt auf den Truck zu! "Halt warte Nidoran! Das ist gefährlich!", brülle ich hinterher und renne sofort nach. Wäre toll auch mal einen Weg einfach nur gehen zu können! Thomes befindet sich direkt hinter mir als wir auch dem Dickicht auf die Strasse springen und die Verfolgung von dem Truck aufnehmen. Nun sehen wir auch, warum Nidoran diesen Truck verfolgt: Der hintere Teil ist offen und wir erkennen einige Metallkäfige. Ein paar sind leer, doch in Manchen befinden sich Pokémon - und sie sehen nicht glücklich aus! "Giftstachel!", rufe ich Nidoran zu und lässt damit auch nicht lange auf sich warten. "Bist du verrückt? Du könntest die Pokémon treffen!" Nein wird es nicht. Nidoran weiss bestimmt auf was ich hinaus wollte. Und genau wie vermutet, trifft Nidoran auch sein Ziel. Ein lauter Knall ist zu hören und der Truck gerät etwas ausser Kontrolle nachdem der hintere Reifen zerplatzt ist. Er rollt noch ein paar Meter und kommt dann zum stehen. Ein Pokéball wird aus dem Fahrerfenster geworfen. Ein seltsames, lilanes Schweinchen erscheint welches uns ziemlich sauer ansieht. Die Fahrertür öffnet sich und ein grosser Kerl springt heraus. "Ich glaube euch beiden muss ich erstmal manieren beibringen!" Plötzlich stellt sich Thomes vor mich und Nidoran: "Lass mich das Regeln! Der kann was erleben!"


Thomes


Vs.

Pokémon Fänger


"Los Dartiri! Zeig was du kannst! Greif an mit Schnabel!" Thomes wirft seinen Pokéball, Dartiri erscheint und stürzt sich sofort auf das Schwein. "Groink, setz Psystrahl ein!" Das Schweinchen hält seine Hände nach vorne und ein gewaltiger Strahl erscheint und steuert direkt auf Dartiri zu. Das Ganze geht so schnell, dass das kleine Vögelchen keine Zeit zum ausweichen hat. Es bekommt mächtig was ab und stürzt zu boden. "Dartiri! Versuch es mit Ruckzuckhieb!" "Psystrahl Goink." Der unbekannte Kerl gibt die Befehle mit einer Ruhe, die ich so nicht kenne. Er scheint ziemlich Siegessicher zu sein. Groink lässt abermal den Strahl erscheinen, doch mit Ruckzuckhieb gelingt es Dartiri, sich drumherum zu bewegen und trifft sein Ziel am Ende. Groink wird einen Meter nach Hinten geschoben, doch dies scheint ihn nicht weiter zu stören. "Spukball!" Nun bildet sich eine kleine Kugel in seinen Händen, einiges Dunkler als die von Psystrahl. Sie blitzt immer wieder auf wie eine Kugel aus Elektrizität. "Dartiri ist zu nah dran!", brülle ich. Plötzlich flattert dort nicht nur ein Dartiri sondern mehrere! Groink scheint etwas irritiert und schiesst auf eines der Dartiris - das Falsche! Der Schuss geht einfach durch es hindurch und sprengt dabei einen Baum in die Luft. "Dartiri hat eine neue Attacke gelernt! Sehr gut! Jetzt setz Ruckzuckhieb ein!" Plötzlich greifen sämtliche Dartiris zur gleichen Zeit an. Von allen Seiten flitzen sie nun auf das Schweinchen los. "Psystrahl!" Das Schwein schiesst wieder seinen Strahl, doch diesmal in alle Richtungen! Dartiri wird getroffen und geht zu boden.
Der Pokémon Fänger gewinnt!


"So und jetzt rate ich euch, dass ihr euch aus dem Staub macht!" "Was hast du mit diesen Pokémon vor?", frage ich etwas vorlaut. "Die sind zum Verkaufen da! Und jetzt krümelt euch bevor ihr Groinks kraft am eigenen Leib erfahren dürft!" "Hypnose!" Thomes und ich drehen uns zur Seite, als plötzlich etwas aus dem Wald geschossen kommt!